Ob Bestellbestätigung, Versandbenachrichtigung oder Newsletter: Unternehmen verschicken täglich zahlreiche E-Mails. Damit diese Nachrichten von der Absenderadresse in das richtige Postfach gelangen, müssen verschiedene Systeme und Protokolle zusammenarbeiten. Eine zentrale Rolle übernimmt dabei der SMTP-Server.
SMTP regelt, wie ausgehende E-Mails übermittelt und zwischen Mailservern weitergeleitet werden. Das Protokoll kommt nicht nur in klassischen E-Mail-Programmen zum Einsatz. Auch Onlineshops, Newsletter-Tools, Kundenservice-Systeme und andere Anwendungen verwenden SMTP oder vergleichbare Versanddienste.
In diesem Beitrag erfährst du, was ein SMTP-Server ist, wie der E-Mail-Versand funktioniert und welche Ports, Sicherheitsverfahren und Einstellungen dabei wichtig sind.
Was ist ein SMTP-Server?
Ein SMTP-Server ist ein Postausgangsserver, der E-Mails annimmt, verarbeitet und an den Mailserver der Empfänger:innen weiterleitet. SMTP steht für „Simple Mail Transfer Protocol“ und bezeichnet das standardisierte Verfahren, mit dem E-Mails über das Internet versendet werden.
Was bedeutet SMTP?
SMTP ist die Abkürzung für „Simple Mail Transfer Protocol“, auf Deutsch etwa „einfaches E-Mail-Übertragungsprotokoll“.
Ein Protokoll legt fest, nach welchen Regeln zwei Systeme miteinander kommunizieren. SMTP bestimmt unter anderem:
- wie eine Verbindung zwischen Client und Server aufgebaut wird
- wie Absender- und Empfängeradressen übertragen werden
- wie der Inhalt einer E-Mail übermittelt wird
- wie ein Server die Annahme oder Ablehnung bestätigt
- wie Nachrichten zwischen verschiedenen Mailservern weitergeleitet werden
Das ursprüngliche SMTP wurde für den zuverlässigen und effizienten Transport elektronischer Nachrichten entwickelt. Heute wird es durch Erweiterungen für Authentifizierung, Verschlüsselung und moderne Nachrichtenformate ergänzt.
In diesem Video (auf Englisch) zeigen wir dir, wie du deine E-Mail-Liste aufbauen kannst:
Wie funktioniert ein SMTP-Server?
Beim Versand einer E-Mail arbeiten mehrere Anwendungen, Server und Protokolle zusammen. Der genaue technische Ablauf kann je nach Anbieter variieren, folgt aber meist diesen Schritten:
1. Der E-Mail-Client übergibt die Nachricht
Du verfasst eine E-Mail in einem Mailprogramm, einem Browser, einer Shopsoftware oder einer anderen Anwendung. Sobald du die Nachricht absendest, stellt die Anwendung eine Verbindung zum festgelegten SMTP-Server her.
Die Anwendung übernimmt in diesem Moment die Rolle des SMTP-Clients. Sie übermittelt unter anderem:
- die Absenderadresse
- die Empfängeradresse
- den Betreff
- den Nachrichteninhalt
- mögliche Anhänge
- die erforderlichen Anmeldedaten
Bei geschäftlichen Anwendungen kann die Nachricht automatisch ausgelöst werden. Das ist beispielsweise der Fall, wenn ein:e Kund:in eine Bestellung aufgibt und unmittelbar danach eine Bestellbestätigung erhält.
2. Der SMTP-Server prüft die Anfrage
Der Server kontrolliert, ob die Anwendung zum Versand berechtigt ist. Dafür werden üblicherweise ein Benutzername und ein Passwort, ein API-Schlüssel oder ein anderes Authentifizierungsverfahren verwendet.
Außerdem kann der Server prüfen:
- ob die Absenderadresse zulässig ist
- ob das Versandlimit eingehalten wird
- ob die Nachricht verdächtige Inhalte enthält
- ob die Empfängeradresse formal korrekt ist
- ob die Verbindung ausreichend geschützt ist
Schlägt eine Prüfung fehl, lehnt der Server die Nachricht ab und gibt einen SMTP-Fehlercode zurück.
3. Der zuständige Empfänger-Server wird ermittelt
Liegt die Empfängeradresse bei einer anderen Domain, muss der SMTP-Server herausfinden, welcher Mailserver für sie zuständig ist.
Dazu fragt er das Domain Name System, kurz DNS, ab. Der sogenannte MX-Eintrag einer Domain verweist auf den Mailserver, der Nachrichten für diese Domain entgegennimmt.
Bei einer Adresse wie name@beispiel prüft das System somit, welcher Mailserver für beispiel.de zuständig ist.
4. Die E-Mail wird weitergeleitet
Der ausgehende SMTP-Server versucht, die Nachricht an den zuständigen Empfänger-Server zu übertragen. Dabei kann die E-Mail direkt zugestellt oder zunächst über einen weiteren SMTP-Server weitergeleitet werden.
Solche Zwischenstationen werden als SMTP-Relays bezeichnet. Der SMTP-Standard sieht ausdrücklich vor, dass eine Nachricht auf dem Weg zum endgültigen Ziel mehrere Relay- oder Gateway-Server passieren kann.
5. Der Empfänger-Server nimmt die Nachricht an
Der empfangende Mailserver prüft die E-Mail erneut. Dabei spielen beispielsweise Spamfilter, Sicherheitsregeln, die Absenderreputation und die Authentifizierung der Absenderdomain eine Rolle.
Wird die Nachricht akzeptiert, speichert der Server sie im entsprechenden Postfach. Schlägt die Zustellung vorübergehend fehl, kann der versendende Server einen weiteren Versuch unternehmen. Bei einem dauerhaften Fehler erhält die absendende Stelle in der Regel eine Unzustellbarkeitsmeldung.
6. IMAP oder POP3 ruft die E-Mail ab
SMTP transportiert die Nachricht bis zum empfangenden Mailserver. Für den Zugriff auf die eingegangene E-Mail kommen dagegen meist IMAP oder POP3 zum Einsatz.
Die Empfänger:innen öffnen die Nachricht anschließend über ihr E-Mail-Programm oder einen Webmail-Dienst.
SMTP, IMAP und POP3 im Vergleich
SMTP, IMAP und POP3 erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Sie sind daher keine direkten Alternativen, sondern ergänzen einander.
| Protokoll | Aufgabe | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| SMTP | Versendet und übermittelt ausgehende E-Mails | Postausgang und Server-zu-Server-Transport |
| IMAP | Synchronisiert E-Mails mit dem Mailserver | Zugriff auf ein Postfach über mehrere Geräte |
| POP3 | Lädt E-Mails vom Server herunter | Lokale Speicherung auf einem Gerät |
SMTP ist für das Absenden und Weiterleiten zuständig. IMAP und POP3 werden verwendet, nachdem die Nachricht beim Empfänger-Server angekommen ist.
IMAP lässt Nachrichten grundsätzlich auf dem Server gespeichert und synchronisiert Änderungen zwischen verschiedenen Geräten. Wenn du eine E-Mail auf deinem Smartphone als gelesen markierst, wird dieser Status beispielsweise auch im Mailprogramm auf deinem Computer angezeigt.
POP3 lädt Nachrichten dagegen üblicherweise auf ein Gerät herunter. Je nach Konfiguration können sie anschließend vom Server entfernt werden. Das Verfahren eignet sich daher weniger gut, wenn mehrere Geräte auf dasselbe Postfach zugreifen sollen.
Welche SMTP-Ports gibt es?
Ein Port ist ein definierter Zugangspunkt, über den Anwendungen und Server Netzwerkverbindungen herstellen. Für SMTP werden vor allem die Ports 25, 465 und 587 verwendet.
Port 25
Port 25 wird hauptsächlich für den Transport von E-Mails zwischen Mailservern eingesetzt. Ein SMTP-Server nutzt ihn beispielsweise, um eine Nachricht an den Server der Empfängerdomain weiterzugeben.
Für das Absenden von E-Mails aus einem Mailprogramm oder einer Anwendung ist Port 25 meist nicht die erste Wahl. Manche Internetanbieter:innen und Netzwerke blockieren ihn für ausgehende Verbindungen, um den Missbrauch durch Spam zu begrenzen.
Port 587
Port 587 ist der Standardport für die Einlieferung von E-Mails durch Clients und Anwendungen. Diese sogenannte Message Submission ist vom eigentlichen Transport zwischen Mailservern getrennt.
Der Port wird häufig zusammen mit STARTTLS verwendet. Dabei beginnt die Verbindung zunächst über SMTP und wird anschließend auf eine verschlüsselte TLS-Verbindung umgestellt.
Der Internetstandard für Message Submission sieht Port 587 als regulären Einlieferungsport vor. Der Transport beziehungsweise das Relay zwischen Mailservern verwendet dagegen weiterhin hauptsächlich Port 25.
Port 465
Port 465 wird für SMTP Submission mit impliziter TLS-Verschlüsselung verwendet. Die verschlüsselte Verbindung wird hierbei unmittelbar nach dem Verbindungsaufbau hergestellt.
Aktuelle technische Empfehlungen sehen sowohl STARTTLS über Port 587 als auch implizites TLS über Port 465 als mögliche sichere Verfahren vor. Welche Variante du verwendest, hängt von den Vorgaben deines E-Mail- oder SMTP-Anbieters ab.
Port 2525
Einige E-Mail-Dienste bieten Port 2525 als alternative Verbindungsmöglichkeit an. Er wird gelegentlich genutzt, wenn andere Ports durch ein Netzwerk eingeschränkt sind.
Port 2525 ist jedoch kein allgemein registrierter Standardport für SMTP. Verwende ihn deshalb nur, wenn dein Anbieter ihn ausdrücklich unterstützt und in seiner Dokumentation nennt.
Was ist ein SMTP-Relay?
Ein SMTP-Relay ist ein Server oder Dienst, der eine E-Mail entgegennimmt und an den nächsten Mailserver weiterleitet.
Relays sind ein normaler Bestandteil des E-Mail-Transports. Sie können sich innerhalb der Infrastruktur eines Anbieters bzw. einer Anbieterin befinden oder als externer Versanddienst eingesetzt werden.
Ein Unternehmen kann beispielsweise die Nachrichten seiner Website oder seines Onlineshops an einen SMTP-Relay-Dienst übergeben. Der Dienst kümmert sich anschließend um:
- den eigentlichen Versand
- wiederholte Zustellversuche
- die Verwaltung von Warteschlangen
- Versandlimits
- Bounce-Nachrichten
- Statistiken und Protokolle
- die Reputation der versendenden Infrastruktur
Ein Relay sollte nur von autorisierten Personen und Anwendungen genutzt werden können. Ein offen zugänglicher Server, der Nachrichten ohne Authentifizierung für beliebige Absender:innen weiterleitet, wird als Open Relay bezeichnet. Solche Server können für Spam missbraucht werden und landen häufig schnell auf Sperrlisten.
Wie lässt sich ein SMTP-Server absichern?
Die Absicherung eines SMTP-Servers schützt ausgehende E-Mails vor unbefugter Nutzung, Manipulation und dem Missbrauch für Spam oder Phishing. Da SMTP ursprünglich nicht mit den heute üblichen Sicherheitsanforderungen entwickelt wurde, kommen moderne Erweiterungen für Authentifizierung, Verschlüsselung und Domainprüfung zum Einsatz.
SMTP-Authentifizierung verwenden
Die SMTP-Authentifizierung, auch SMTP-Auth genannt, prüft, ob ein Client zum Versand über den jeweiligen Server berechtigt ist. Dafür meldet sich die versendende Anwendung beispielsweise mit einem Benutzernamen und Passwort oder mit speziell erzeugten Zugangsdaten an.
Die SMTP-Auth-Erweiterung ermöglicht es dem Client, sich gegenüber dem Server zu identifizieren und ein unterstütztes Authentifizierungsverfahren auszuhandeln.
Durch die Authentifizierung lässt sich verhindern, dass beliebige Personen einen Server für den Versand fremder oder gefälschter Nachrichten verwenden. Ohne eine solche Zugriffskontrolle könnte ein SMTP-Server als sogenanntes Open Relay missbraucht werden.
Je nach Anbieter:in können zusätzlich folgende Sicherheitsverfahren erforderlich sein:
- Zwei-Faktor-Authentifizierung
- App-Passwörter
- API-Schlüssel
- zeitlich begrenzte Zugangsdaten
- Einschränkungen auf bestimmte Anwendungen oder IP-Adressen
Ein App-Passwort kommt häufig dann zum Einsatz, wenn für das eigentliche Benutzerkonto eine Zwei-Faktor-Authentifizierung aktiviert wurde und die versendende Anwendung diese nicht direkt unterstützt.
SPF, DKIM und DMARC einrichten
Neben dem Zugriff auf den SMTP-Server muss auch die verwendete Absenderdomain authentifiziert werden. Dazu dienen SPF, DKIM und DMARC. Die entsprechenden Informationen werden in den DNS-Einstellungen der Domain hinterlegt.
- SPF legt fest, welche Server beziehungsweise Systeme berechtigt sind, E-Mails für eine Domain zu versenden. Empfangende Server können dadurch prüfen, ob die Versandquelle autorisiert ist.
- DKIM versieht ausgehende E-Mails mit einer kryptografischen Signatur. Der empfangende Server kann damit prüfen, ob die Nachricht von einem autorisierten System signiert und nachträglich verändert wurde.
- DMARC verknüpft die Ergebnisse von SPF und DKIM mit der sichtbaren Absenderdomain. Domain-Inhaber:innen können außerdem festlegen, wie empfangende Systeme mit Nachrichten umgehen sollen, die die Prüfungen nicht bestehen.
Je nach DMARC-Richtlinie können verdächtige Nachrichten weiterhin zugestellt, in den Spamordner verschoben oder abgelehnt werden. Zusätzlich lassen sich Berichte einrichten, die zeigen, welche Systeme E-Mails unter dem Namen einer Domain versenden.
Fehlende oder fehlerhaft konfigurierte Einträge können dazu führen, dass Nachrichten im Spamordner landen, abgelehnt werden oder nicht unter der vorgesehenen Absenderadresse erscheinen.
Für den Versand über Shopify ist die Domain-Authentifizierung ebenfalls relevant. Shopify verwendet CNAME-Einträge für die SPF- und DKIM-Authentifizierung. Bei einer Domain von einem Drittanbieter muss zusätzlich ein DMARC-Eintrag eingerichtet werden.
Zulässige Absenderadressen festlegen
Viele SMTP-Anbieter:innen erlauben den Versand nur über Absenderadressen, die dem jeweiligen Konto zugeordnet oder zuvor bestätigt wurden.
Üblicherweise muss die verwendete Absenderadresse:
- mit dem angemeldeten Benutzerkonto übereinstimmen,
- zu einer authentifizierten Domain gehören oder
- im Konto ausdrücklich als zulässige Absenderadresse bestätigt sein.
Meldet sich eine Anwendung beispielsweise mit max@beispiel.de am SMTP-Server an, kann sie nicht zwangsläufig eine beliebige Adresse einer anderen Domain als Absender verwenden.
Diese Einschränkung erschwert das sogenannte Spoofing. Dabei geben Angreifer:innen eine gefälschte Absenderadresse an, um den Eindruck zu erwecken, die Nachricht stamme von einem vertrauenswürdigen Unternehmen oder einer bekannten Person.
Wird eine nicht zulässige Absenderadresse verwendet, kann der SMTP-Server den Versand ablehnen. Die genaue Ursache wird normalerweise über einen SMTP-Fehlercode oder im Versandprotokoll angegeben.
Verschlüsselte Verbindungen nutzen
Die Verbindung zwischen der versendenden Anwendung und dem SMTP-Server sollte verschlüsselt sein. Dafür kommen hauptsächlich TLS und STARTTLS zum Einsatz.
Bei STARTTLS wird zunächst eine reguläre Verbindung aufgebaut und anschließend auf eine verschlüsselte Verbindung umgestellt. Bei implizitem TLS beginnt die Verschlüsselung unmittelbar mit dem Verbindungsaufbau.
Unverschlüsselte Verbindungen solltest du vermeiden, da Anmeldedaten und Nachrichteninhalte andernfalls während der Übertragung eingesehen werden könnten.
Zugänge und Serveraktivitäten überwachen
Auch ein korrekt eingerichteter SMTP-Server sollte regelmäßig überwacht werden. Auffällige Versandspitzen, ungewöhnlich viele fehlgeschlagene Anmeldungen oder eine hohe Zahl nicht zustellbarer Nachrichten können auf einen Konfigurationsfehler oder missbräuchliche Zugriffe hinweisen.
Achte insbesondere auf:
- unerwartet hohe Versandmengen
- wiederholte fehlgeschlagene Anmeldeversuche
- ungewöhnliche Versandzeiten oder Herkunftsorte
- steigende Bounce-Raten
- Spam-Beschwerden
- Ablehnungen durch Empfänger-Server
- Änderungen an DNS- und Authentifizierungseinträgen
Nicht mehr benötigte SMTP-Zugänge und App-Passwörter sollten deaktiviert werden. Zugangsdaten sollten außerdem nicht direkt im Quellcode einer Website oder öffentlich zugänglichen Konfigurationsdateien gespeichert sein.
Welche Arten von SMTP-Servern gibt es?
Unternehmen können E-Mails über unterschiedliche Servermodelle versenden.
SMTP-Server von E-Mail-Anbieter:innen
Viele E-Mail- und Hostinganbieter:innen stellen ihren Kund:innen einen SMTP-Server zur Verfügung. Diese Lösung eignet sich vor allem für normale geschäftliche Korrespondenz und überschaubare Versandmengen.
Für umfangreiche automatisierte Kampagnen gelten häufig enge Versandlimits.
Geteilter SMTP-Server
Bei einem geteilten Server nutzen mehrere Kund:innen dieselbe technische Infrastruktur und häufig dieselben IP-Adressen.
Das Modell ist meist einfach einzurichten und eignet sich für kleine bis mittlere Versandmengen. Die Reputation der gemeinsam verwendeten IP-Adressen wird allerdings auch durch andere Absender:innen beeinflusst.
Dedizierter SMTP-Server
Ein dedizierter Server oder eine dedizierte IP-Adresse steht einem einzelnen Unternehmen zur Verfügung. Dadurch erhältst du mehr Kontrolle über Versandvolumen und Reputation.
Die Lösung lohnt sich vor allem bei hohen, gleichmäßigen Versandmengen. Eine eigene IP-Adresse benötigt jedoch eine stabile Versandhistorie. Wird sie plötzlich für große Kampagnen verwendet, kann dies zunächst Misstrauen bei Mailanbieter:innen auslösen.
Cloudbasierter SMTP-Dienst
Cloudbasierte Versanddienste stellen eine skalierbare Infrastruktur zur Verfügung. Sie bieten je nach Anbieter:in zusätzliche Funktionen wie Analysen, Bounce-Verarbeitung, Ereignisprotokolle und Schnittstellen für Anwendungen.
Für die Einrichtung werden typischerweise eine Serveradresse, ein Port, Zugangsdaten und eine authentifizierte Absenderdomain benötigt.
Eigener SMTP-Server
Ein selbst betriebener SMTP-Server bietet weitreichende Kontrolle über Konfiguration, Daten und Versandregeln.
Gleichzeitig ist der Betrieb mit erheblichem Aufwand verbunden. Das Unternehmen muss sich selbst um Sicherheit, Softwareupdates, Warteschlangen, DNS-Konfiguration, Sperrlisten und die Reputation der IP-Adresse kümmern.
Für die meisten kleinen und mittleren E-Commerce-Unternehmen ist ein spezialisierter Anbieter bzw. eine spezialisierte Anbieterin daher häufig einfacher zu verwalten als eine vollständig eigene Infrastruktur.
Welche E-Mail-Dienste bietet Shopify?
Shopify bietet keinen integrierten SMTP-Dienst, über den du E-Mails direkt von deinem eigenen Server versenden kannst. Transaktions-E-Mails wie Bestellbestätigungen und Versandbenachrichtigungen werden stattdessen über die E-Mail-Infrastruktur von Shopify abgewickelt. In den zentralen Shopify-Einstellungen musst du deshalb keinen SMTP-Server konfigurieren.
Je nach Einsatzzweck stehen dir verschiedene Möglichkeiten für die E-Mail-Kommunikation zur Verfügung.
Shopify Email
Mit Shopify Email kannst du E-Mail-Marketingkampagnen erstellen, versenden und auswerten. Außerdem lassen sich automatisierte Nachrichten und individuelle Workflows direkt in Shopify umsetzen.
Pro Monat sind bis zu 10.000 manuell oder automatisiert versendete E-Mails kostenlos. Für zusätzliche E-Mails fallen nutzungsabhängige Kosten an. Da Preise und Freikontingente angepasst werden können, solltest du die aktuellen Konditionen vor der Veröffentlichung noch einmal prüfen.
E-Mail-Weiterleitung
Verwendest du eine von Shopify verwaltete benutzerdefinierte Domain, kannst du eine E-Mail-Weiterleitung einrichten. Nachrichten an eine Adresse wie info@deinedomain.de werden dann an ein vorhandenes persönliches Postfach weitergeleitet, beispielsweise bei Gmail oder Outlook.
Die Weiterleitung ist jedoch kein vollständiges E-Mail-Hosting. Du erhältst dadurch kein eigenständiges Postfach mit einem Posteingang bei Shopify. Für den Versand von Antworten unter deiner geschäftlichen Adresse können daher weiterhin externe E-Mail-Anbieter:innen erforderlich sein.
E-Mail-Hosting durch Drittanbieter:innen
Benötigst du ein eigenes geschäftliches Postfach oder mehr Kontrolle über Absenderadresse, Branding und Zustellbarkeit, kannst du einen externen E-Mail-Hosting-Dienst mit deiner Domain verbinden.
Der Drittanbieter oder die Drittanbieterin übernimmt in diesem Fall den E-Mail-Versand über die eigene SMTP-Infrastruktur. Die dafür benötigten SMTP-Daten, Ports und Anmeldedaten erhältst du vom jeweiligen Anbieter oder der jeweiligen Anbieterin, nicht von Shopify.
Shopify-Apps mit eigener SMTP-Anbindung
Einige Apps aus dem Shopify App Store unterstützen benutzerdefinierte SMTP-Verbindungen. Das kann beispielsweise bei spezialisierten Marktplatz-, Multivendor- oder Benachrichtigungsanwendungen relevant sein.
Über eine solche App kannst du deine:n bevorzugte:n SMTP-Anbieter:in verbinden und je nach Funktionsumfang mehr Kontrolle über Absenderidentität, Versandregeln und Zustellbarkeit erhalten. Ob eine App eine eigene SMTP-Konfiguration unterstützt, hängt von der jeweiligen Lösung ab.
Für die üblichen Shopify-Transaktions-E-Mails benötigst du somit keinen eigenen SMTP-Server. Eine externe SMTP-Lösung kommt vor allem dann infrage, wenn du zusätzliche Anwendungen einbindest, ein externes E-Mail-Hosting nutzt oder besondere Anforderungen an den Versand hast.
Wie richtest du einen SMTP-Server ein?
Die konkreten Schritte unterscheiden sich je nach Anbieter:in und Anwendung. Im Allgemeinen gehst du folgendermaßen vor:
1. Wähle einen Versanddienst
Lege fest, ob du den SMTP-Server deines E-Mail-Hosts, einen spezialisierten Versanddienst oder eine eigene Infrastruktur nutzen möchtest.
2. Bestätige deine Domain
Viele Dienste verlangen einen Nachweis, dass du die verwendete Absenderdomain kontrollierst. Dazu fügst du vorgegebene DNS-Einträge bei deinem Domain-Anbieter oder deiner -Anbieterin hinzu.
3. Richte SPF, DKIM und DMARC ein
Übernimm die Authentifizierungsdaten des Versanddienstes sorgfältig in deine DNS-Einstellungen. Prüfe vorher, ob bereits entsprechende Einträge existieren. Insbesondere eine Domain mit mehreren unkoordinierten SPF- oder DMARC-Einträgen kann Fehler verursachen.
4. Trage die SMTP-Daten ein
In der versendenden Anwendung benötigst du üblicherweise:
- SMTP-Serveradresse
- Port
- Verschlüsselungsverfahren
- Benutzername
- Passwort oder API-Schlüssel
- Absenderadresse
Verwende die Werte aus der aktuellen Dokumentation deines Anbieters oder deiner Anbieterin. Die Daten unterscheiden sich je nach Dienst und Tarif.
5. Sende eine Test-E-Mail
Prüfe den Versand zunächst mit einer einzelnen Nachricht. Kontrolliere, ob die E-Mail ankommt und ob Absendername, Absenderadresse sowie Formatierung korrekt dargestellt werden.
6. Überwache die Zustellung
Beobachte nach der Einrichtung Bounces, Ablehnungen und Spam-Beschwerden. Eine technisch erfolgreiche Verbindung allein sagt noch nichts über die langfristige Zustellbarkeit aus.
Fazit
Ein SMTP-Server nimmt ausgehende E-Mails entgegen und leitet sie an den zuständigen Empfänger-Server weiter. Das Verfahren bildet die technische Grundlage für einen großen Teil der E-Mail-Kommunikation im Internet.
Während SMTP den Versand übernimmt, dienen IMAP und POP3 dem Zugriff auf bereits empfangene Nachrichten. Für die sichere Einlieferung werden heute vor allem Port 587 mit STARTTLS oder Port 465 mit implizitem TLS eingesetzt. Beim Transport zwischen Mailservern spielt weiterhin Port 25 eine wichtige Rolle.
Für E-Commerce-Unternehmen sind neben der technischen Einrichtung vor allem Zustellbarkeit, Domain-Authentifizierung und eine zuverlässige Versand-Infrastruktur relevant. SPF, DKIM und DMARC helfen dabei, die Herkunft von E-Mails zu bestätigen und das Risiko von Spam- und Zustellproblemen zu verringern.




