Kleidung produzieren lassen und Modelabel gründen - mit Praxisbeispiel zu deiner eigenen Modemarke

Eine junge Frau mit schwarzen Haaren und blauen Strähnen steht vor einem Kleiderständer und wählt eine Jacke aus. Wir zeigen dir, wie du Kleidung produzieren lassen und dein eigenes Modelabel gründen kannst.

Egal ob Merchandise für deine eigene Marke oder der Aufbau eines eigenen Modelabels – Kleidung produzieren lassen liegt im Trend. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Anbieter:innen, die dir mit spezifischem Know-how einiges an Arbeit abnehmen wollen.

Wenn auch du mit dem Gedanken spielst, Kleidung produzieren zu lassen, bist du hier genau richtig. Wir führen dich durch den Prozess von den Vorbereitungen über Herausforderungen bis zur Auswahl von Anbieter:innen und aktuellen Trends.

Modedesignerin Leoni Lencinas, Gründerin des Modelabels Karlswrong, hat den Prozess vom ersten Schnittmuster, über die Produktion bis zum eigenen Shopify-Store bereits durchlaufen und gibt wertvolle Tipps für angehende Modelabel-Gründer:innen.


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Inhaltsverzeichnis 

Wie kann ich Kleidung produzieren und herstellen lassen?

Wenn du eigene Kleidung produzieren lassen willst, solltest du dir überlegen, ob du von Grund auf neue Teile konzipieren oder vorhandene Textilien veredeln willst. Falls du komplett neue Kleidung herstellen lassen möchtest, benötigst du professionelle Schnittmuster, Stofflieferant:innen und Textilproduzent:innen. Portale wie Foursource bringen dich mit Textilunternehmen in Europa zusammen.

Ein Modelabel gründen, das musst du vorher tun

Blick von oben auf einen Schreibtisch auf dem ein aufgeklappter Laptop neben einer Tasse Kaffee sowie einem Notizblock und zwei Stiften liegt. Auf dem Tisch liegen verstreut zusammengeknüllte Notizen. Bevor du Kleidung produzieren lassen und ein Modelabel gründen kannst, musst du einige Vorbereitungen treffen.Es gibt viele prominente Beispiele für erfolgreiche Modelabels. Für junge Designer:innen und Kreative ist die Gründung eines eigenen Labels ein Traum. Allerdings ist der Modemarkt sehr umkämpft. Die Herausforderung lautet, sich gegen die Platzhirsche und großen Ketten optimal zu positionieren.

Lesetipp: Noch nicht die richtige Geschäftsidee? Unsere Online-Shop Ideen bieten dir jede Menge Inspiration!

Damit der Traum vom eigenen Modelabel für dich in Erfüllung geht, gilt es einige Vorbereitungen zu treffen. Denn eines ist sicher: Ohne einen genauen Plan, wirst du langfristig nicht im harten Wettbewerb bestehen können.

#1 Unterschiedliche Geschäftsmodelle evaluieren

Wenn du in der Modebranche aktiv sein möchtest, gibt es unterschiedliche Wege. Du kannst sowohl selbst produzieren, Kleidung produzieren lassen oder auch „nur“ Textilveredelung betreiben.

Es gibt außerdem einen Unterschied zwischen dem eigenen Modelabel, das Kleidung selbst produziert und veredelt, und der Arbeit als freie/r Modedesigner:in. Als Modedesigner:in kannst du freiberuflich und im Auftrag anderer Brands arbeiten.

Eine Sonderform stellt das T-Shirt-Label dar. Mit einem T-Shirt-Business erstellst du du ausschließlich das Design, lässt die T-Shirts von Partner:innen drucken und vertreibst diese über den eigenen Onlineshop oder via Dropshipping.

Lesetipp: Wir zeigen dir in diesem Beitrag, was sich hinter Print-on-Demand verbirgt.

#2 Nische finden

Nachdem du für dich den passenden Weg in die Modeindustrie bestimmt hast, ist der erste Schritt in die Selbstständigkeit die Idee. Um im harten Wettbewerb der Textilbranche zu bestehen, benötigst du ein Alleinstellungsmerkmal. Für den Erfolg des eigenen Modelabels ist die Positionierung entscheidend. Mit einem Alleinstellungsmerkmal setzt du dich von der Konkurrenz ab und besetzt eine passende Nische.

Um die eigene Nische zu identifizieren, ist eine Marktanalyse nötig. Damit findest du mögliche Marktlücken und erhältst einen Überblick über die Wettbewerber:innen und Trends der Branche. Zu den wichtigsten Fragen gehören:

  • Gibt es einen Markt für meine Idee?
  • Wie groß ist deine potenzielle Zielgruppe?
  • Wer sind deine Wettbewerber:innen und welche Vertriebskanäle setzen sie ein?
  • Welche Preise werden am Markt durchgesetzt?
  • Sind diese Preise für dich erreichbar?
  • Gibt es bestimmte Trends in der Branche? Willst du neue Trends bedienen oder auf klassische Produkte setzen?

Aus deiner Analyse heraus kannst du deine Idee verfeinern und deine Unique Selling Proposition (kurz USP) definieren. Wer den Kund:innen einen Mehrwert bietet, wird langfristig erfolgreich sein.

Lesetipp: Entdecke die 6 wichtigsten Google Shopping-Programme und erfahre, wie du als Online-Händler:in mehr aus der Plattform herausholst.

#3 Zielgruppen definieren

Um erfolgreich zu sein, musst du deine Zielgruppe genau kennen. Setze dich daher mit ihr auseinander, bevor du dein Business startest. Überlege dir, wen du mit deiner Mode ansprechen willst. Sobald du eine Zielgruppe definiert hast, kannst du z. B. über soziale Medien mehr Informationen über die Bedürfnisse deiner potenziellen Kund:innen einholen.

Lesetipp: Du möchtest auch endlich in den Wachstumsmarkt E-Commerce einsteigen? Dann haben wir in diesem Beitrag alles für dich zusammengefasst, was du über den Onlinehandel wissen musst.

#4 Businessplan schreiben

All deine Überlegungen solltest du spätestens jetzt schriftlich festhalten. Der Businessplan ist das Herzstück deines jungen Unternehmens. Er beinhaltet alles, was für dein Geschäft wichtig ist. Sieh den Businessplan nicht als lästige Aufgabe, sondern eher als Leitlinie für die ersten Jahre deines Unternehmens an.

Lesetipp: Damit dir die Erstellung deines Businessplans leichter fällt, haben wir für dich eine Businessplan-Vorlage erstellt.  

#5 Gewerbe anmelden

Nachdem du deine Idee evaluiert und verfeinert sowie einen Businessplan in der Tasche hast, gibt es noch rechtliche Dinge zu beachten. Bevor du mit deinem Business starten kannst, musst du für deine Tätigkeit ein Gewerbe anmelden.

Lesetipp: In unserem umfassenden Beitrag zeigen wir dir, wie du ein Gewerbe anmelden kannst und was du noch beachten musst.

Herausforderungen beim eigenen Modelabel

Eine Reihe von Jeanshosen in unterschiedlichen Farben hängt auf einer verrosteten Stange. Kleidung produzieren lassen bringt einige Herausforderungen mit sich. Wir zeigen dir, welche das sind!Ein eigenes Unternehmen zu gründen und sich in einer Branche zu behaupten, ist nie leicht. Auch die Modebranche bringt ihre eigenen Herausforderungen mit sich. Wer ein eigenes Modelabel gründet, muss auf jeden Fall viel Durchhaltevermögen mitbringen.  

1.  Kapital

Ein Modelabel gründen und Kleidungen produzieren zu lassen ist nicht ganz günstig. Du musst Geld in die Hand nehmen, um dein Unternehmen aufzubauen. Auch wenn du vieles selbst kannst, brauchst du irgendwann Unterstützung. Bereits die Grundausstattung an technischen Geräten wie Nähmaschinen und Zubehör kostet Geld. Dazu kommen Stoffe für Muster und die Kosten für die Produktion.

2.  Schnelllebigkeit

Die Modebranche ist geprägt von Trends und Schnelllebigkeit. Große Labels bringen im Jahr mehrere Kollektionen heraus. Wenn deine Idee ebenso von Trends beeinflusst wird, musst du schnell sein in der Konzeption und Entwicklung neuer Textilien.

3.  Eigenheiten der Branche

Neben der Schnelllebigkeit hat die Modebranche an sich einige Eigenheiten. Für junge Designer:innen kann es schwer sein, Fuß zu fassen. Sich einen eigenen Namen zu machen ist langwierig und erfordert einiges an Durchhaltevermögen. Wenn du dir jedoch einen Namen gemacht hast, kannst du durchaus sehr erfolgreich werden.

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Kleidung produzieren lassen: Vom Schnittmuster bis zur Produktion

Eine Menge weiße T-Shirts auf einer Kleiderstange. Vom ersten Schnittmuster bis zur Produktion deiner Textilien ist es ein langer weg. Wir zeigen dir, was du beim Kleidung produzieren lassen beachten musst. Wer Kleidung produzieren lassen will, sollte sich auf einen zeitintensiven Prozess einstellen. Vom ersten Schnittmuster bis zur finalen Produktion können schon ein paar Monate vergehen. Wenn du aufgrund einer Ausbildung oder eines Studiums viel selbst machen willst, solltest du dir ausreichend Zeit einplanen. Die Konzeption deiner Kleidungsstücke ist das eine. Den richtigen Schnitt zu definieren ist eine andere, zum Teil langwierige Aufgabe, bei der einige Prototypen hergestellt werden müssen.

Wenn du Schnittmuster nicht selbst erstellen willst, kannst du natürlich auch professionelle Schneider:innen damit beauftragen. Plane damit, dass nach dem ersten Prototypen noch nicht alles perfekt sein wird und es einige Wiederholungen und Verbesserungen braucht.

Parallel zu dem Prozess der Konzeption der Idee und des Schnittmusters, solltest du dir bereits Lieferant:innen für den Stoff etc. suchen. So sparst du am Ende wertvolle Zeit und kannst weitere Prozesse anschieben.

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Die Suche nach einer passenden Produktionsstätte solltest du so früh wie möglich beginnen. Der Prozess die passenden Hersteller:innen zu finden, kann mitunter lange dauern. Oftmals haben die Produktionsstätten keine oder sehr schlechte Webseiten und sind über eine Google-Suche kaum zu finden. Wer über Kontakte wie z. B. Stofflieferant:innen verfügt, kann sein Netzwerk nutzen, um passende Hersteller:innen zu finden. Außerdem gibt es Portale wie foursource.com, die Händler:innen und Produktionsstätten zusammenbringen.

Eine wichtige Frage ist der Standort deiner Produktion. Du solltest hierbei Nachhaltigkeitsaspekte und Arbeitsbedingungen der Schneider:innen im Hinterkopf behalten. Zu einem besonders nachhaltigen Label passt eine Produktion in China oder Bangladesch eher weniger.

Hat man dann eine passende Produktionsstätte gefunden, schickt man den fertigen Prototyp, den Schnitt und den Stoff zu. Viele Produktionsstätten arbeiten nicht mit Handschnitten, sondern nur mit Computerschnitten. Wenn man nur ein manuell erstelltes Schnittmuster hat, muss man noch einmal Geld in die Hand nehmen und dieses bei einer Schnittdirektrice digitalisieren lassen.
Anschließend wird das erste Sample genäht und wenn man Glück hat, passt es direkt und man kann sein Go für die Produktion geben. Klappt es nicht auf Anhieb, schickt man seine Änderungswünsche und erhält neue Prototypen. Das kann sehr zeitaufwendig sein und für die neuen Samples muss man natürlich bezahlen – meist sogar das Vierfache des Produktionspreises.

Lesetipp: 6 Ideen fürs Selbstständig machen mit Tierbedarf, findest du hier.

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3 Wege, um Mode herstellen zu lassen

Die Wahl der passenden Produktionsstätten ist nicht ganz einfach. Wir zeigen dir, welche Wege du nutzen kannst, um passende Partner:innen zu finden.

1.  Suchmaschinen

Im ersten Schritt hilft bei der Suche nach passenden Produzent:innen eine detaillierte Google-Suche. Wenngleich viele Unternehmen keine oder nur schwer auffindbare Websites haben, können dir Plattformen wie foursource weiterhelfen. Möglicherweise findest du auf den Seiten deiner Konkurrenz auch Hinweise auf Zulieferer und Produktionsstätten.

2.  Print-on-Demand

Eine weitere Möglichkeit Kleidung produzieren zu lassen, ist Print-on-Demand. Vor allem wenn du keine Textilproduktion betreiben willst, eignet sich dieses Modell. Hierbei individualisierst du vorhandene Produkte mit eigenen Designs und bietest diese über deinen Onlineshop an.

Sobald Kund:innen bei dir ein Produkt bestellen, wird bei deinem Partnerunternehmen eine Bestellung ausgelöst und bedarfsgerecht produziert. Das spart nicht nur Zeit, sondern auch wertvolle Ressourcen, da nicht verkaufte Produkte nicht entsorgt werden müssen.

Lesetipp: Wir zeigen dir welche Anbieter:innen Print-on-Demand in Deutschland anbieten.

3.  Empfehlungen

Eine weitere Möglichkeit Mode herstellen zu lassen und passende Lieferant:innen zu finden, sind Empfehlungen oder Etiketten. Deine Kontakte in der Branche können wertvolle Hinweise zu geeigneten Produzent:innen liefern. Frage in deinem Netzwerk, ob dir jemand eine Empfehlung geben kann.

Zusätzlich kannst du auf den Etiketten deiner Lieblingsklamotten nachsehen, ob du Hinweise auf Produzent:innen findest und diese dann anschreiben.


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Kleidung in Deutschland produzieren: 3 Anbieter:innen auf einem Blick

Auf einer Kleiderstange aus Holz hängen diverse T-Shirts in Kindergrößen. Die deutsche Textilindustrie hat eine lange Tradition. Trotz Billigproduktion im Ausland wahren einige Anbieter:innen die heimische Produktion. Wir zeigen dir, welche Anbieter:innen Kleidung in Deutschland produzieren lassen.Die Textilproduktion zeichnete sich in den vergangenen Jahren immer durch die Produktionsverlagerung in Billiglohnländer aus. Vor allem der Faktor Kosteneffizienz war dafür ausschlaggebend. Mit zunehmendem Bewusstsein steigen die Maßnahmen für das sogenannte Reshoring, also die Rückverlagerung der Produktionsstandorte zumindest nach Europa an.

Wer bei seiner Mode Wert auf Made in Germany legt, findet auch hierzulande ein paar Anbieter:innen, die Kleidung in Deutschland produzieren.

1.  Fitzyou

Das Unternehmen Fitzyou fertigt seine Produkte über den gesamten Herstellungsprozess in Deutschland. Dafür hat sich das Unternehmen Partner:innen in ganz Deutschland von Limbach-Oberfrohna bis Aachen gesucht, die auf ihrem Gebiet das notwendige Know-how besitzen und in Deutschland fertigen.

2.  Trigema

Trigema mag den ein oder anderen bekannt vorkommen. Das Unternehmen webt, färbt und näht noch selbst. Trigema hat seine Produktion vom Baumwollfaden bis zum fertigen T-Shirt im eigenen Haus im schwäbischen Burladingen aufgebaut.

3.  Hessnatur

Hessnatur fördert die regionale Textilproduktion und setzt auf die langjährige Kompetenz deutscher Unternehmen. Auf der Website des Unternehmens findest du Produkte, die auch wirklich in Deutschland hergestellt wurden.

Geniale Shopify Stores und deren Gründer:innen aus dem deutschsprachigen Raum stellen wir übrigens auch in unserem Podcast vor. Hier kannst du ihn hören!

Biobaumwolle und Co: Nachhaltige Kleidung herstellen lassen

Das Bewusstsein für nachhaltige und fair produzierte Kleidung wächst immer mehr. Kein Wunder, denn kaum eine Branche verschmutzt die Umwelt so sehr wie die Textilindustrie. Die Gründungen von Fair-Fashion-Labels nehmen zu. Für ein junges Unternehmen kann es sehr schwer sein, die volle Transparenz von Partner:innen einzufordern und den gesamten Prozess zu durchleuchten. Abhilfe schaffen sogenannte Produktionsagenturen, die dich Schritt für Schritt begleiten.

Mit Produktionsagenturen zum nachhaltigen Label 

Solche Agenturen helfen dir in allen möglichen Bereichen der Wertschöpfungskette von der Konzeption über die Materialbeschaffung bis zur Produktion. Mit Workshops sorgen sie dafür, dass du über alle wichtigen Schritte aufgeklärt wirst und das Bewusstsein für nachhaltige Mode zunimmt.

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Nachhaltige Stoffe beschaffen

Stoff ist nicht gleich Stoff. Gerade in der Materialbeschaffung ist es wichtig, ausgeprägtes Wissen über die Qualität, Fasern, Zutaten und Veredelungen von Stoffen zu haben. Damit dir die Auswahl leichter fällt, gibt es unzählige Nachhaltigkeits-Zertifikate. Du solltest diese Zertifikate und vor allem deren Anforderungen kennen, um Lieferant:innen auszuwählen.

Durch Messebesuche kannst du dich über die Vielzahl von Stoffen und aktuellen Innovationen informieren. Für kleine Startups kann dieser Prozess jedoch sehr zeitaufwendig und frustrierend sein, da große Stofflieferant:innen vermehrt mit Großabnehmer:innen zusammenarbeiten. Auch da kann dir eine Produktionsagentur mit spezifischem Wissen weiterhelfen oder du schließt dich mit mehreren Designer:innen zusammen, um größere Mengen ordern zu können.

Nachhaltig produzieren lassen

Die Wahl des richtigen Produktionslandes hängt vom Produkt selbst und der gewünschten Menge ab. Die meisten nachhaltigen Produktionsstätten findest du in Europa. Je nach Produktionsvolumen musst du mit Mindermengenzuschlägen oder Absagen der Hersteller:innen rechnen. In der Regel werden die Produktionslinien für einen Auftrag geblockt und darauf eingestellt. Wenn du nur 10 Teile fertigen lassen willst, wird die Suche nach Produzent:innen schwierig.

Die Produktion in Deutschland, Polen oder Portugal hat jedoch den Vorteil, dass die Kommunikationswege kurz sind und etwaige Hindernisse schnell gelöst werden können.

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Praxisbeispiel: So ließ KARLSWRONG Kleidung produzieren

"Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren." - Karl Lagerfeld

Karl is wrong! Das dachte sich die Modedesignerin Leoni Lencinas, die das gleichnamige Modelabel Karlswrong ins Leben rief, um ausschließlich Jogginghosen für Männer zu verkaufen. Das Ziel: die perfekte Jogginghose, die auch im Job oder beim Ausgehen einen guten Eindruck hinterlässt. Leoni hat uns in den Prozess von der Idee bis zum eigenen Modelabel teilhaben lassen.

Die Anfänge

Die gelernte Modedesignerin kam durch ihren Freund auf die Idee, die Jogginghose aus der Schmuddelecke zu holen und zu zeigen, dass dieses Kleidungsstück mehr kann als der Ruf vermuten lässt. Von der Idee bis zur fertigen Kollektion hat es anderthalb Jahre gedauert und einiges an Nerven gekostet. Zwar konnte Leoni die ersten Arbeiten dank ihrer Ausbildung selbst erledigen. An einem bestimmten Punkt, musste sie jedoch professionelle Hilfe von Schneider:innen annehmen.

Ich habe schätzungsweise 50 Prototypen gemacht, bis alles gepasst hat!

Ein Schritt, die sie auch denjenigen empfiehlt, die keine Vorbildung im Modebereich haben. Trotz zahlreicher Herausforderungen, wie dem hohen Kapitelbedarf und der falschen Wahrnehmung aufgrund ihres Alters, hat sie sich durchgebissen und weitergemacht.

Lesetipp: Erfahre in unserem großen Print-on-Demand-Vergleich, welche 5 Print-on-Demand-Anbieter:innen in Deutschland dir eine Schnittstelle zu Shopify bieten und welche Services und Produkte sie abbilden können.

Die Auswahl der Produktionsstätte

Nachdem die ersten Prototypen produziert waren, entschloss sie sich für die Produktion in Polen. Aufgrund eines Kontakts aus ihrer Ausbildungszeit, bekam sie eine Liste mit Produzent:innen und konnte so das richtige Unternehmen finden.

Man muss immer schauen, welche Prozesse man parallel überlappen kann, um Zeit zu sparen. Aufgaben, die bereits erledigt werden könnten, sollten auch bearbeitet werden – auch wenn es eventuell noch zu früh erscheint.

Oftmals machen Mindermengenzuschläge kleinere Kollektionen immens teuer. Aus ihrer Erfahrung sind die Produktionsstätten in Polen sehr kulant und produzieren auch für geringere Mengen, wenn man sich in der ersten Produktionsrunde befindet.

Marketing und Vertrieb

Leoni entschied sich von Beginn an für eine eigenen Shopify-Store. Die intuitive Bedienung des Shop-Systems machte ihr den Aufbau des eigenen Onlineshops leicht.

Das kleinste Problem des ganzen Prozesses war es den Shopify Shop aufzubauen!

Dank Jürgen Vogel und einem Video-Spot bekam das Unternehmen sehr viel Aufmerksamkeit und sparte sich am Anfang einiges an Budget. Danach rückten immer mehr Social Media und Influencer:innen in den Fokus.

Lesetipp: Wir haben für dich die besten Websites im Bereich Fashion E-Commerce zusammengestellt. 

Tipps für angehende Gründer:innen

Das wichtigste für angehende Gründer:innen ist laut Leoni, niemals aufzugeben und sich immer wieder selbst zu motivieren. Die Selbständigkeit bringt immer wieder Herausforderungen mit sich, auf die Designer:innen reagieren müssen. Daran sollte man Spaß haben.

Man darf sich nicht den Kopf darüber zerbrechen, was alles schiefgehen kann. Es läuft eh anders als geplant!

Außerdem sollten sich junge Unternehmer:innen verstärkt auf das Produkt und die ständige Entwicklung dessen konzentrieren. Oftmals wird am Anfang zu viel Wert auf Marketing und PR gelegt. Nur mit einem perfekten Produkt kurbelst du langfristig die Verkäufe an.  

Lesetipp: Die Produktentwicklung ist entscheidend für den Erfolg von Onlineshops. Wir zeigen dir, auf was du achten musst. 

Fazit  

Kleidung produzieren lassen liegt im Trend. Die Beweggründe junger Unternehmer:innen sind so verschiedenen wie ihre Persönlichkeiten. Die Modeindustrie bringt zwar einige Herausforderungen mit sich. Demgegenüber steht jedoch die Verwirklichung der eigenen Idee und die Flexibilität der Selbstständigkeit. Mit unserer Anleitung und den Tipps von Leoni weißt du, welche Schritte nötig sind, um dein eigenes Modelabel zu gründen. Wir wünschen dir viel Erfolg!


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Häufig gestellte Fragen zu Modelabel

Was braucht man, um eine Modemarke zu gründen?

Wenn du schon die Idee für ein Produkt in deinem Kopf hast, solltest du deine Idee auf Papier oder in digitale Form bringen. Als nächstes musst du jemanden finden, der deine Ideen realisieren kann. Du könntest mit deiner Design-Idee auch an Mode-Unis gehen - sowohl du und die Studierenden hätten dadurch einen Gewinn.

Wie hoch sind die Kosten bei einer eigenen Produktion von Kleidung?

Die Kosten für die Herstellung von Kleidung lassen sich nicht pauschal benennen. Sie sind sowohl abhängig von deinem Produkt als auch von deinem Geschäftsmodell. Wenn du selbst produzieren willst, musst du bereits für eine gute Nähmaschine und Zubehör eine vierstellige Summe einplanen. Dazu kommen Kosten für den Stoff, die Erstellung von Prototypen und die letztliche Produktion deiner Kollektion.

Wie finde ich Mode-Produzenten in Europa?

Auf Portalen wie Foursource kannst du als Händler:in mit einer Produktionsstätte zusammengebracht werden. Falls du bereits Stofflieferant:innen hast, könntest du diesen fragen, ob sie jemanden kennen, da auf dieser Seite schon länger Beziehungen bestehen könnten. Du solltest im Kopf haben, dass einige Produzent:innen nur mit Mindestmengen arbeiten. Eine nette Anfrage nach kleineren Mengen kann jedoch oft schon helfen. 

Wo kann ich meine eigene Kleidung herstellen lassen?

Es gibt eine Reihe von Produzent:innen, die die Produktion von Kleidung anbieten. Oftmals findest du günstige Angebote in Asien, da dort die Kosten um einiges geringer sind als in Europa. Allerdings kannst du auch in Europa fündig werden. Portale wie Foursource und deine Kontakte in der Branche helfen dir sicher weiter. Langjährige Player in der Industrie haben oft Kontakte, die sie dir gern weiterleiten.

Wie viel kostet eine eigene Modekollektion?

Eine verbindliche Aussage lässt sich diesbezüglich nicht treffen. Es kommt darauf an, welche Produkte du in welchen Mengen anbieten willst. Vom ersten Designentwurf über das Schnittmuster bis hin zur eigentlichen Produktion deiner Kollektion entstehen Kosten, wenn du professionelle Hilfe in Anspruch nimmst. Je nach Anzahl an Kollektionsteilen können da gern ein paar Tausend Euro zusammenkommen. 

Which method is right for you?Über die Autorin: Caroline Dohrmann ist Online-Marketing-Managerin und Content-Enthusiastin. Wenn sie nicht gerade Shopify-Händlern und Händlerinnen die besten Geheimtipps in Interviews entlockt, schreibt sie im Blog über die Shopify-Community, Social Media und was das Online-Marketing gerade bewegt.