Checkout-Optimierung: Das sind die Best Practices beim Checkout-Prozess

Checkout-Optimierung: Das sind die Best Practices beim Checkout-Prozess

Internethistoriker:innen wissen: Der erste dokumentierte Einkauf über einen Onlineshop fand am 11. August 1994 statt. Mr. Phil Brandenberger erstand auf dem US-Onlinemarktplatz Netmarket eine CD von Sting und bezahlte mit seiner Kreditkarte.

Wie der Checkout-Prozess sich im Detail gestaltete, ist leider nicht überliefert. Vermutlich deutlich weniger komfortabel als es in heutigen Onlinestores der Fall ist. Doch auch wenn sich in den letzten drei Jahrzehnten in Sachen User Experience und Usability viel getan hat, besteht gerade beim Checkout in vielen Shops noch immer Optimierungspotenzial.

Worauf du achten solltest, um Kund:innen einen Einkauf bei dir bis zum finalen Klick möglichst angenehm zu gestalten, erklären wir dir in diesem Beitrag.


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Inhaltsverzeichnis: 

Warum überhaupt den Checkout optimieren?

Bevor wir mit unseren Tipps durchstarten, ein paar grundsätzliche Worte: Ein schlecht gemachter Checkout ist mitverantwortlich für einen Großteil aller Warenkorbabbrüche. Zu komplex, womöglich unsicher, fehlende Bezahloptionen – die Gründe sind vielfältig und verstecken sich häufig im Detail.

Du darfst deinen Checkout also keinesfalls stiefmütterlich behandeln, wenn du nicht riskieren möchtest, dass deine Besucher:innen kurz vor Kaufabschluss doch noch abspringen. 

Hier findest du wertvolle Tipps für deinen Online-Shop-Warenkorb, damit du Kaufabbrüche reduzieren kannst.

Lesetipp: Wie du neben deinem Checkout auch deinen Retourenprozess optimieren kannst, erfährst du hier. 

11 Maßnahmen zur Checkout-Optimierung

Unsere elf Tipps helfen dir bei der Optimierung. 

#1 Halte den Checkout so übersichtlich wie möglich

Eine einfache Usability ist das wichtigste Merkmal eines guten Checkout-Prozesses. Diese auch umzusetzen, ist mitunter aber gar nicht so leicht. Schließlich gilt es, eine Vielzahl an Informationen abzufragen und darzustellen, angefangen bei der Versandadresse über die Art der Bezahlung bis hin zu den Versandoptionen.

Häufig findest du dabei den Hinweis, alle Themen auf eine einzige Seite zu packen. Das soll der Einfachheit dienen und durch eine Reduzierung der bis zum Kaufabschluss benötigten Mausklicks Warenkorbabbrüche verhindern. Wir raten von diesen One-Pagern allerdings ab.

Lesetipp: Hier liefern wir dir 6 todsichere Wege, um die Conversions auf deinen Produktseiten zu erhöhen.

Denn im Endresultat erhältst du so eine unangenehm lange Liste von Daten und Informationen, die bereits auf einem Monitor nur schwer und mit viel Scrollen zu lesen ist. Auf Mobilgeräten potenziert sich dieses Problem abermals. Eingabefehler können so nur schwer entdeckt und korrigiert werden; die Übersichtlichkeit geht vollständig verloren.

Wesentlich besser ist es daher, jeder relevanten Information ihre eigene Seite zu gönnen: Eine für die Kundendaten, eine für den Versanddienstleister, eine für die Zahlung. Eine Step-by-Step-Fortschrittsanzeige kann die Kaufenden dabei informieren, bei welchem Schritt sie sich gerade befinden und wie viele noch vor ihnen liegen. Abgeschlossen wird der Prozess dann mit unserem nächsten Tipp.

Ein gutes Retourenmanagement ist wichtig für die Kundenzufriedenheit. Wir geben dir in diesem Beitrag hilfreiche Tipps zur Optimierung!

Fortschrittsbalken im Checkout von Giesswein

Schicker Fortschrittsbalken im Checkout von Giesswein

Lesetipp: Erfahre hier die Story, wie Giesswein aus dem traditionsreichen Wollgeschäft zum nachhaltigen Online-Business wurde.

#2 Implementiere eine finale Prüfseite

Vor dem finalen Klick auf den ‚Jetzt kaufen‘-Button solltest du deinen Kund:innen abschließend alle von ihnen eingegebenen Daten noch einmal übersichtlich präsentieren: Was befindet sich konkret in ihrem Warenkorb? Wie lauten ihre Kontaktdaten? Für welche Versandart und Bezahloption haben sie sich entschieden? Wie hoch ist die Endsumme inklusive Portokosten und möglicher Rabatte?

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Für eine intuitive Orientierung stellst du diese Informationen in der gleichen Reihenfolge dar, in der du sie abgefragt hast. Außerdem wichtig: Eine Möglichkeit, etwaige Fehler unmittelbar zu korrigieren; entweder direkt auf der Prüfseite oder über einen Button, der zum betroffenen Eingabeschritt zurückführt.

Eine Übersicht im SWAGWINE-Checkout

Eine Übersicht im SWAGWINE-Checkout

#3 Frage nur die nötigsten Informationen ab

Informationen über deine Kund:innen können wertvoll für dein Marketing sein. Verlangst du allerdings zu viele Pflichteingaben, wirkt das nicht nur allzu datenhungrig, es nervt die Eingebenden auch beim Kaufabschluss.

Muss ein Shop wirklich die Telefonnummer oder das Geburtsdatum seiner Besucher:innen kennen? Ist eine Option für die Anrede in Zeiten von Gender Sensitivity tatsächlich noch zeitgemäß? Für eine erfolgreiche Lieferung reichen der Name und die Anschrift bereits aus. Zur einfachen Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail-Adresse. Mehr solltest du von Erstbesuchenden gar nicht einfordern.

VIOLLAZ-Checkout - Nur die nötigsten Informationen abfragen

 Nur die nötigsten Infos im VIOLLAZ-Checkout abfragen

#4 Verzichte auf Pflichtkonten

Als noch störender für ihr Einkaufserlebnis empfinden viele Menschen das verpflichtende Anlegen eines Shopkontos. Das kostet Zeit, bedeutet noch ein Passwort, das sie sich merken müssen, riecht nach Werbespam und meistens geht bei der Anmeldung dann auch noch irgendwas schief.

Lasse deine Kund:innen daher ohne Kontoeröffnung bei dir einkaufen und biete ihnen die Eröffnung desselben nur auf freiwilliger Basis an –  am besten verbunden mit kleinen Anreizen wie einem einmaligen Rabatt oder einer Aufmerksamkeit zu ihrem Geburtstag.

Pets Deli bietet ein Gastkonto im Checkout

Pets Deli bietet ein Gastkonto im Checkout

#5 Verwende eine SSL-Verschlüsselung

Zu den Hauptgründen für Warenkorbabbrüche gehört weiterhin ein fehlendes Gefühl von Sicherheit am Checkout. Durchaus nachvollziehbar, denn niemand, der bei klarem Verstand ist, schickt seine Bankverbindung unverschlüsselt durchs Netz.

Verwende für deinen Checkout deshalb unbedingt eine Verschlüsselung auf Secure Sockets Layer (SSL) Basis und weise die Surfenden ausdrücklich darauf hin, dass ihre Daten bei dir in sicheren Händen sind. Zum Beispiel, indem du die entsprechenden Zertifikatslogos auffällig in deinem Checkout-Bereich positionierst.

SSL-Verschlüsselung bei Shopify

 SSL-Verschlüsselung bei Shopify

#6 Kein Cross-Selling im Checkout

Cross-Selling, also das Anbieten ergänzender Artikel zu einem Produkt, ist ein veritables Mittel, um den Wert eines Warenkorbes zu erhöhen: „Sie haben sich für neue Schuhe entschieden? Wie wäre es mit dem passenden Pflegeset?“

Du kannst dieses Marketingwerkzeug gerne an jeder beliebigen Stelle deines Shops einsetzen – auf deiner Landingpage, den Produktseiten, sogar im Warenkorb – aber bitte nicht mehr im Checkout. Denn erstens ist es aufdringlich, wenn du versuchst, den Kaufenden bis zum letzten Moment noch zusätzliche Waren anzubieten, zweitens wirkt es bei der Eingabe von Daten furchtbar ablenkend und drittens kommt es extrem unseriös rüber, bei einem Vertragsabschluss noch Werbung zu betreiben.

Welche Maßnahmen unseren Händler:innen noch wichtig sind, erfährst du im Podcast. Hör gerne mal rein!

    Abonniere am besten direkt den Shopify Podcast und verpasse keine Folge mehr!

    #7 Lass die Kontrolle bei den Nutzer:innen

    Apropos unseriös: Was Menschen ebenfalls nicht schätzen, ist das Gefühl, bevormundet und übervorteilt zu werden.

    Für deinen Checkout bedeutet das, niemals irgendwo automatisch eine Option auszuwählen oder einen Haken zu setzen. Die Box für deinen Newsletter? Lasse sie bitte offen. Die Versandoption? Die Auswahl obliegt den Kaufenden, selbst wenn du in guter Absicht die günstigste Variante vorschlagen möchtest.

    Jeder einzelnen Entscheidung, die du vorwegnimmst, haftet etwas Ungutes an; so wie bei schmierigen Gebrauchtwagenhändler:innen, die für dich schon mal die Kreuzchen bei Lackschutz und Zusatzversicherung gesetzt haben.

    Kein automatischer Haken bei Daten oder Newsletter im ekomia-Checkout

     

    Kein automatischer Haken bei Daten oder Newsletter im ekomia-Checkout

    #8 Biete vielfältige Versandoptionen

    In eine ähnliche Kerbe schlägt auch die Anzahl der Versandoptionen, die du deinen Besucher:innen anbieten solltest: Entscheidungsfreiheit - je größer, desto besser. Damit meinen wir nicht nur das versicherte Paket oder den Über-Nacht-Express-Service, sondern auch die Möglichkeit, zwischen unterschiedlichen Versanddienstleister:innen auszuwählen.

    Denn tatsächlich sind die Menschen sehr eigen, was den Carrier ihres Vertrauens betrifft. Hatten sie schon einmal Ärger, weil der Bote von Firma XYZ ihr Päckchen einfach über den Gartenzaun geworfen hat, schwören sie sich oft: „Nie wieder mit diesem Dienstleister/dieser Dienstleisterin!“

    Lesetipp: Hier vergleichen wir für dich Ecwid vs. Shopify und stellen fest, welches Tool sich besser für deinen Onlineshop eignet!

    Gut ist es also, wenn du ihnen Alternativen anbieten kannst. Das erfordert von deiner Seite zwar ein wenig mehr Arbeitseinsatz, macht sich durch deutlich weniger Warenkorbabbrüche allerdings schnell bezahlt.

    Drei Carrier und vier Optionen beim PURELEI-Checkout

    Drei Carrier und vier Optionen beim PURELEI-Checkout

    Lesetipp: Hier findest du Versanddienstleister-Apps im Vergleich.

    #9 Stelle diverse Bezahlvarianten zur Verfügung

    Genau wie bei den Versanddienstleister:innen verhält es sich auch mit den Bezahloptionen: Je vielfältiger dein Angebot, desto mehr Personen wirst du von einem Kaufabschluss überzeugen können. Denn finden Interessierte ihre Wunschoption nicht vor, sind sie nur selten bereit, eine Alternative auszuprobieren. Besonders wichtig sind dabei diese Varianten:

    Lesetipp: In diesem Beitrag erklären wir dir, was es sich mit dem wichtigsten KPI im E-Commerce, der Conversion Rate, auf sich hat.

    Das beliebteste Zahlungsverfahren beim Onlineshopping ist in Deutschland dabei immer noch der Kauf auf Rechnung. Allerdings gehst du als Händler:in dabei ein nicht zu unterschätzendes Risiko ein und läufst offenen Beträgen womöglich hoffnungslos hinterher.

    Auf Platz zwei folgt PayPal. Diese Option solltest du deshalb unbedingt im Programm haben und deutlich kommunizieren. Platz drei ist der Bankeinzug und damit ebenfalls Pflicht. Alle anderen Möglichkeiten folgen erst weit abgeschlagen – Apple Pay oder Google Pay sind also schön, momentan aber eher ein nettes Extra als ein unbedingtes Muss.

    Distorted People weist im Warenkorb auf PayPal hin

    Distorted People weist bereits im Warenkorn auf PayPal hin

    Lesetipp: Wie du Shopify Payments einrichten und einfach Zahlungen online akzeptieren kannst, erfährst du in diesem Beitrag. 

    #10 Nutze Datenvalidierung

    Für jede einzelne Eingabe in deinem Checkout solltest du die Möglichkeit der Datenvalidierung benutzen. Für Nicht-Nerds: Darunter versteht man das kleine Hinweisfeld, das aufploppt, wenn die Software bemerkt, dass Informationen fehlen oder nicht korrekt sind – etwa bei der Eingabe einer Postleitzahl mit nur vier Ziffern.

    Diese automatische Kontrolle spart dir viel Arbeit, denn Kaufende zu kontaktieren, um sie um ihre korrekte Anschrift zu bitten, ist mühselig und zeitaufwändig. Deine Kund:innen werden dir diesen Service ebenfalls danken. Auch für sie ist es ärgerlich, wenn ihre Bestellung an das Verteilerzentrum zurückgeht, weil sich irgendwo ein Zahlendreher eingeschlichen hat.

    Lesetipp: Wie PURELEI Social Commerce und Influencer-Marketing erfolgreich umsetzt, verraten wir dir hier. 

    #11 Nach dem Einkauf ist vor dem Einkauf

    Perfekter Checkout, perfekter Einkauf. Deine Käufer:innen sind glücklich, du bist es auch. Und jetzt? Unbedingt am Ball bleiben! Denn wiederkehrende Kund:innen sind die besten Kund:innen! Sie kaufen mehr, teurer und in kürzeren Intervallen.

    Vergiss deshalb nicht, dich in einer letzten E-Mail für das entgegengebrachte Vertrauen zu bedanken und bitte freundlich um ein Feedback zur gemachten Einkaufserfahrung. Ein wenig Aufmerksamkeit kommt immer gut an und motiviert die Menschen, mal wieder bei der freundlichen Händler:in vorbeizuschauen.


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    Kasse machen durch die Checkout-Optimierung

    Ein perfekter Checkout sorgt also nicht nur für eine glückliche Kundschaft, sondern vor allem für deutlich weniger Warenkorbabbrüche. Wie es geht, weißt du jetzt.

    Der nächste Schritt ist, deinen eigenen Checkout-Prozess genau unter die Lupe zu nehmen, Verbesserungspotenzial zu entdecken und unsere Tipps in die Tat umzusetzen. Vielleicht schaut Mr. Brandenberger ja bei dir rein, um Stings neustes Album zu kaufen und ist überrascht, wie viel sich seit seiner letzten Shoppingtour zum Besseren verändert hat.


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    Häufig gestellte Fragen zu Checkout-Optimierung

    Warum sollte ich meinen Checkout optimieren?

    Ein Checkout, der Kaufende nicht überzeugt, ist einer der häufigsten Ursachen für Warenkorbabbrüche. Du solltest also eine Checkout-Optimierung durchführen, um für deine Kundschaft ein reibungsloses und angenehmes Shopping-Erlebnis zu schaffen. Denn im Endeffekt bedeutet das für dich auch mehr Umsatz. 

    Was sind die häufigsten Fehler, die bei der Gestaltung des Checkout gemacht werden?

    Checkouts werden hauptsächlich aus drei Gründen als schlecht wahrgenommen: Mangelnde Transparenz, Optionsarmut, schlechte Bedienbarkeit.

    Welche Maßnahmen zur Checkout-Optimierung gibt es?

    Wir empfehlen diese 11 Maßnahmen:
    • Halte den Checkout so übersichtlich wie möglich
    • Implementiere eine finale Prüfseite
    • Frage nur die nötigsten Informationen ab
    • Verzichte auf Pflichtkonten
    • Verwende eine SSL-Verschlüsselung
    • Biete kein Cross-Selling im Checkout
    • Lass die Kontrolle bei den Nutzer:innen
    • Biete vielfältige Versandoptionen
    • Stelle diese Bezahlvarianten zur Verfügung
    • Nutze Datenvalidierung
    • Höre nach dem Einkauf nicht auf

    Which method is right for you?Über die Autorin: Inara Muradowa ist SEO & Content Beraterin. Ihr Schwerpunkt ist der Bereich E-Commerce. Im Shopify-Blog porträtiert sie am liebsten erfolgreiche Gründer*innen und gibt Insider-Tipps zu aktuellen Trends.

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