Produktentwicklung: So kreiert man ein neues Produkt (vom Konzept zur Markteinführung)

Produktentwicklung - So gelingt es

Die eigene Vision für ein Originalprodukt umzusetzen, ist eine der größten Hürden für angehende Entrepreneur:innen. Erfolgsgeschichten anderer Gründer:innen bilden für sich keine durchgehende Blaupause für die Produktentwicklung. Allerdings offenbaren die Gemeinsamkeiten der Geschichten einige wichtige Schritte, die du für dich und dein Online-Business adaptieren kannst. Welche das sind und wie du dein eigenes Produkt auf den Markt bringen kannst, verraten wir dir in diesem Beitrag.


Was bedeutet Produktentwicklung?

Allgemein beschreibt die Produktentwicklung den Prozess der Entstehung neuer Produkte. Dazu werden zu Beginn Zukunftstrends und Kundenbedürfnisse analysiert, anschließend folgt die technologische Ideengenerierung und Ideenentwicklung bis schließlich die Markteinführung erfolgt.


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Inhaltsverzeichnis:

Der Produktentwicklungsprozess in 6 Schritten

Die Entwicklung neuer Artikel ist der Prozess, in dem eine originelle Produktidee zur Marktreife gebracht wird. Obwohl er sich je nach Branche unterscheidet, lässt er sich im Wesentlichen in sechs Phasen unterteilen: Ideenfindung, Recherche, Planung, Prototyping, Beschaffung und Kostenkalkulation.

Im Folgenden erfährst du, wie du deine eigene originelle Produktidee entwickeln kannst und was du in jeder Phase beachten solltest.

Lesetipp: Produkte fotografieren in Eigenregie? Wir haben für dich den ultimativen Leitfaden für schöne Produktfotos.

1. Ideenfindung

Viele aufstrebende Entrepreneur:innen bleiben in ihren Ideen stecken. Sie warten oft auf einen Geniestreich, der sie zum perfekten Produkt führen soll. Während die Entwicklung von etwas grundlegend „Neuem“ kreativ erfüllend sein kann, sind viele der besten Ideen das Ergebnis von Iterationen an einem bestehenden Artikel.

Lesetipp: Mit den richtigen Online-Shop-Ideen wird dein Traum vom eigenen Unternehmen wahr. Starte jetzt mit unseren Tipps!

Das SCAMPER-Modell ist ein nützliches Werkzeug, um schnell Produktideen zu entwickeln, indem Fragen zu bestehenden Angeboten gestellt werden. Jeder Buchstabe steht für eine Aufforderung:

  • Substitute/ Austauschen (z. B. Kunstleder statt Leder)
  • Combine / Kombinieren (z. B. eine Handyhülle und einen externen Akku)
  • Adapt / Anpassen: (z. B. ein BH mit Front-Verschlüssen zum Stillen)
  • Modify / Modifizieren (z. B. eine elektrische Zahnbürste mit einem schlankeren Design)
  • Put to another use / alternativer Verwendungszweck (z. B. Memory-Foam-Hundebetten)
  • Eliminate / Beseitigen (z. B. den Mittelsmann loswerden, um Sonnenbrillen zu verkaufen und die Einsparungen an die Verbraucher:innen weitergeben)
  • Reverse/Rearrange / Umkehren/Neuanordnen (z. B. eine Reisetasche, die Anzüge nicht verknittert)

Wenn du diese Fragen stellst, kannst du neue Wege finden, um bestehende Ideen umzuwandeln oder sie sogar für ein neues Zielpublikum oder ein neues Problem anzupassen.

Hier stellen wir dir 8 Tipps zur Kundengewinnung vor, mit denen es garantiert gelingt!

2. Recherche

Mit deiner Produktidee im Hinterkopf fühlst du dich vielleicht geneigt, den Sprung in die Produktion zu wagen. Wenn du deine Idee nicht zuerst validierst, kann das jedoch schnell zu einem Fehltritt werden.

Die Produktvalidierung stellt sicher, dass du ein Produkt kreierst, für das die Leute auch Geld ausgeben werden, und dass du keine Zeit, Geld und Mühe für eine Idee verschwendest, die sich nicht verkaufen lässt. Es gibt mehrere Ansätze, deine Produktideen zu validieren:

  • Mit Familie und Freund:innen über deine Idee sprechen
  • Versand einer Online-Umfrage, um Feedback zu erhalten
  • Start einer Crowdfunding-Kampagne
  • Erfragen von Feedback in Foren wie Reddit
  • Recherchieren der Online-Nachfrage mit Google Trends
  • Launch einer „Demnächst verfügbar“-Seite, um das Interesse über E-Mail-Anmeldungen oder Vorbestellungen abzuschätzen

Lesetipp: In diesem Beitrag findest du einen Leitfaden dazu, wie du ein erfolgreiches Business im E-Commerce aufbauen kannst.

Egal, für welche Methode der Validierung du dich entscheidest, solltest du von einem substanziellen und unvoreingenommenen Publikum Rückmeldung darüber erhalten, ob es dein Produkt kaufen würde. Du solltest hierbei jedoch Vorsicht walten lassen und nicht das Feedback von Leuten überschätzen, die „auf jeden Fall kaufen würden“. Fakt ist: Bis das Geld die Besitzer:innen wechselt, kannst du niemanden als Kunden bzw. Kundin zählen.

Die Produktvalidierung stellt sicher, dass du ein Produkt entwickelst, für das die Leute auch Geld ausgeben werden.

Die Recherche im Rahmen deiner Validierung wird zwangsläufig auch Wettbewerbsanalysen beinhalten. Wenn deine Idee oder Nische das Potenzial zum Durchbruch hat, gibt es wahrscheinlich bereits Konkurrent:innen, die in diesem Segment unterwegs sind.

Lesetipp: Was treibt die Konkurrenz? Welche Schlüsse du aus einer Online-Wettbewerberanalyse ziehen kannst, erfährst du hier.

Wenn du die Website deiner Konkurrent:innen besuchst und dich in deren E-Mail-Liste einträgst, kannst du leicht nachvollziehen, wie sie Kund:innen gewinnen und Verkäufe tätigen. Ein weiterer Baustein für die Definition deines Wettbewerbsvorteils ist die Befragung deiner eigenen potenziellen Kund:innen, was sie an deinen Konkurrent:innen mögen oder nicht mögen.

Die aus der Produktvalidierung und Marktforschung gewonnenen Informationen ermöglichen es dir, die Nachfrage nach deinem Artikel und auch den Grad des Wettbewerbs einzuschätzen, bevor du dann mit der Planung loslegst.

3. Planung

Da die Produktentwicklung schnell kompliziert werden kann, ist es wichtig, sich vor der Entwicklung eines Prototyps ausreichend Zeit für die Planung zu nehmen.

Wenn du schließlich ohne konkrete Vorstellung vom Design und der Funktionsweise deines Artikels auf Hersteller:innen zugehst oder nach Materialien suchst, kann es leicht passieren, dass du dich in den nachfolgenden Schritten verlierst.

Lesetipp: Wir zeigen dir tolle Ansätze, wie du ein gutes Produkt für den Onlineshop finden kannst.

Der beste Startpunkt für deine Planung ist eine handgezeichnete Skizze, die das Aussehen deines Artikels zeigt. Die Skizze sollte so detailliert wie möglich sein, mit Beschriftungen, welche die verschiedenen Merkmale und Funktionen erklären.

Skizzen bei einer Produktentwicklung
Produktskizzen von der Crowdfunding-Kampagne für einen Bluetooth-Lautsprecher von Hidden Radio.

Du brauchst keine Zeichnung von professioneller Qualität, da du sie zu diesem Zeitpunkt nicht an einen Hersteller bzw. eine Herstellerin senden wirst. Wenn du dir jedoch nicht sicher bist, dass du ein lesbares Diagramm erstellen kannst, das den Sinn und Zweck deines Artikels vermittelt, kannst du über Plattformen wie Dribbble, UpWork oder Minty professionelle Illustrator:innen finden und beauftragen.

Lesetipp: Du möchtest auch endlich in den Wachstumsmarkt E-Commerce einsteigen? Dann haben wir in diesem Beitrag alles für dich zusammengefasst, was du über den Onlinehandel wissen musst.

Versuche, anhand deines Diagramms eine Liste der verschiedenen Komponenten oder Materialien zu erstellen, die du benötigst, um das Produkt zum Leben zu erwecken. Die Liste muss nicht alle potenziellen Komponenten enthalten. Allerdings sollte sie es ermöglichen, einen Überblick über die für die Herstellung des Artikels benötigten Teile zu gewinnen.

Zum Beispiel könnte eine Zeichnung eines Handtaschendesigns durch diese Liste ergänzt werden:

  • Reißverschlüsse (groß und klein)
  • Silberne Verschlüsse
  • Lederriemen
  • Schutztasche
  • Geprägtes Etikett
  • Brieftasche innen

Lesetipp: Hier dreht sich alles rund ums Thema Dropshipping-Produkte finden. Wir verraten dir die 8 besten Strategien und 5 Dropshipping-Produkte, die im Trend liegen.

Zusammen mit den Komponenten solltest du auch den Verkaufspreis oder die Kategorie in Betracht ziehen, in die dein Angebot fallen wird. Wird das Produkt ein Alltagsgegenstand oder für besondere Anlässe sein? Wird es mit Premium-Materialien gefertigt werden oder umweltfreundlich sein? All dies sind Fragen, die in der Planungsphase zu berücksichtigen sind. Sie werden dir nicht nur bei der Produktentwicklung, sondern auch bei der Positionierung deiner Marke und Entwicklung deiner Marketingstrategie helfen.

Die Verpackung, die Etiketten und die Gesamtqualität deiner Materialien sollte ebenfalls berücksichtigt werden, bevor du anschließend mit der Beschaffungs- und Kalkulationsphase fortfährst. All dies wird sich darauf auswirken, wie du dein Produkt an deine Zielkund:innen vermarkten wirst. Von daher ist es wichtig, diese Aspekte deines Produkts in der Planungsphase ebenfalls zu berücksichtigen.

Lesetipp: Verpackungen als Marketingwaffe: Wie du Kunden nachhaltig an dein Unternehmen bindest, erfährst du hier.

4. Prototyping

Das Ziel der Prototyping-Phase während der Produktentwicklung ist es, ein fertiges Produkt zu schaffen, das als Muster für die Massenproduktion verwendet werden kann.

Es ist unwahrscheinlich, dass du mit einem einzigen Versuch zu deinem fertigen und finalen Produkt gelangst. Beim Prototyping werden in der Regel mehrere Versionen deines Produkts ausprobiert, Optionen langsam eliminiert und Verbesserungen vorgenommen, bis du dann mit einem endgültigen Muster zufrieden bist.

Prototypen bei einer Produktentwicklung
Mehrere Prototypen für den Angle Razor von Morrama.

Auch das Prototyping unterscheidet sich je nach Art des von dir entwickelten Produkts erheblich. Die billigsten und einfachsten Anwendungsfälle sind Produkte, die du selbst als Prototypen herstellen kannst, wie z. B. Lebensmittelrezepte und bestimmte kosmetische Produkte. Dieses Prototyping in Eigenregie kann sich auch auf Mode, Töpferei, Design und andere Segmente erstrecken, sofern du denn das Glück hast, in diesen Disziplinen ausgebildet zu sein.

Lesetipp: Einen Prototypen selbst erstellen? XOUXOU-Gründerin Yara Jentzsch Dib hat's gemacht. Ihre Geschichte liest und hörst du in diesem Beitrag.

In den meisten Fällen arbeiten Entrepreneur:innen jedoch mit externen Partner:innen zusammen, um einen Prototyp ihres Produkts zu entwickeln. In der Mode- und Bekleidungsindustrie bedeutet dies in der Regel die Kooperation mit örtlichen Näher:innen oder Schneider:innen für Kleidung und Accessoires oder Schuster:innen für Schuhe. Solche Dienstleistungen können in der Regel durch eine schnelle Google-Recherche der lokalen Anbieter:innen in der gegebenen Branche gefunden werden.

Du möchtest dein eigenes Modelabel aufbauen? Hier findest hilfreiche Tipps zum Thema Kleidung produzieren lassen.

In den meisten Großstädten gibt es auch Kunst-, Design- oder Modeschulen, an denen Student:innen in diesen Techniken ausgebildet werden (so wie es bei Josea Surfwear der Fall war). Administrator:innen dieser Universitäts- oder Fachhochschulprogramme können dir in der Regel Zugang zu internen Stellenbörsen gewähren, wo du eine Anfrage bzgl. Hilfe beim Prototyping einstellen kannst.

Für Objekte wie Spielzeug, Haushaltsaccessoires, Elektronik und ähnliche Objekte benötigst du für die Erstellung eines Prototyps möglicherweise ein 3D-Rendering. Künstler:innen oder Ingenieur:innen, die in computergestützter Design- und Zeichnungssoftware (CAD) ausgebildet sind, können mit UpWork oder als Freelancer:innen beauftragt werden. Es gibt auch benutzerfreundliche Online-Tools wie SketchUp, Tinkercad und Vectary, mit deren Hilfe Gründer:innen lernen können, wie sie selbst 3D-Modelle erstellen können.

Skizzen bei einer Produktentwicklung
Ein 3D-Rendering für den Trifecto Infinity Stift.

Um einen 3D-Entwurf in ein physisches Modell zu verwandeln, mussten die Hersteller:innen in der Vergangenheit für jedes Teil spezielle Formen anfertigen lassen. Solche Formen sind in der Regel teuer und umfassen Einrichtungsgebühren für Dinge wie Werkzeuge und Matrizen, die zum Schneiden und Formen von Teilen aus Kunststoff und anderen harten Materialien verwendet werden.

Glücklicherweise können mit der Innovation des 3D-Drucks Entwürfe zu viel geringeren Kosten und mit einer schnelleren Durchlaufzeit in physische Muster verwandelt werden.

Chris Little, der Gründer von Wintersmiths, hat sein Barzubehör mit Hilfe von Quickparts als Prototyp entwickelt und erklärt, dass er dies mit geringem Budgeteinsatz und innerhalb weniger Tage bewerkstelligen konnte. Alex Commons von Bulat Kitchen empfiehlt die Plattform 3D-Hubs, die er für den Prototyp eines Messers verwendete. Dabei bezahlte er lediglich etwa 30 Dollar pro 3D-Druckmodell.

In diesem Beitrag zeigen wir dir, wie du Produkte aus China verkaufen kannst. 

3D Druck bei einer Produktentwicklung
Ein 3D-gedrucktes Küchenmesser-Design von Bulat, hergestellt über 3D Hubs.

5. Beschaffung

Sobald du einen Produktprototyp hast, mit dem du zufrieden bist, ist es an der Zeit, mit der Zusammenstellung der Materialien zu beginnen und die für die Produktion benötigten Partner:innen zu recherchieren. Dies wird auch als Aufbau deiner Lieferkette bezeichnet: die Anbieter:innen, Aktivitäten und Ressourcen, die benötigt werden, um ein Produkt zu erstellen und es in die Hände der Kundschaft zu bringen.

Während diese Phase, die hauptsächlich die Suche nach produktionsbezogenen Dienstleistungen umfasst, kannst du auch Versand und Lagerhaltung in deine Recherche mit einbeziehen.


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In Shoe Dog, den Memoiren des Nike-Gründers Phil Knight, wird die Bedeutung der Diversifizierung der Lieferkette als Thema im Verlauf der gesamten Geschichte hervorgehoben. Wenn du mehrere Lieferant:innen für die verschiedenen von dir benötigten Materialien sowie verschiedene potenzielle Hersteller:innen findest, kannst du die Kosten vergleichen. Falls einer deiner Lieferant:innen oder Hersteller:innen ausfällt, hat es außerdem den Vorteil, eine Backup-Option zu haben. Die Erschließung mehrerer Optionen ist ein wichtiger Teil der langfristigen Sicherung deines Unternehmens.

Während der Produktentwicklung ist jeder Weg zu einem fertigen Produkt anders.

Bei der Suche nach Anbieter:innen gibt es sowohl online als auch im persönlichen Kontakt eine Fülle von Ressourcen. Es mag altmodisch erscheinen, aber viele Geschäftsinhaber:innen entscheiden sich für den Besuch von Messen, die sich der Beschaffung widmen. Fachmessen für Fertigung und Produktion bieten die Gelegenheit, Hunderte Anbieter:innen auf einmal zu treffen, um Materialien zu sehen, zu berühren und zu besprechen und eine persönliche Beziehung zu den Lieferant:innen aufzubauen. Und das kann gerade bei Preisverhandlungen sehr wertvoll sein. Hannes Ott von Take a Shot dazu: 

Ein Messebesuch ist immer aufwendig, auch wenn man nur als Besucher:in hingeht. Aber wir hatten noch nie eine Messe, bei der wir die Teilnahme bereut haben. Bisher sind immer spannende Kontakte entstanden.

Während der Beschaffungsphase wirst du unweigerlich vor die Entscheidung gestellt werden, ob du dein Produkt vor Ort oder im Ausland produzieren lassen möchtest. Ein genauer Vergleich beider Optionen bietet sich an, da sie jeweils ihre eigenen Vor- und Nachteile haben.

Die am häufigsten verwendete Beschaffungsplattform für die Produktion im Ausland ist Alibaba. Alibaba ist ein Marktplatz für hauptsächlich chinesische Lieferant:innen und Fabriken, auf dem du Angebote für Fertigwaren oder Rohware durchsuchen kannst. Eine beliebte Methode, mit Alibaba einen Hersteller oder eine Herstellerin zu finden, besteht darin, nach Angeboten mit ähnlichen Produkten wie dem eigenen zu suchen. Anschließend kannst du den entsprechenden Anbieter oder die Anbieterin kontaktieren, um zu sehen, ob er dein spezifisches Design herstellen kann.

Lesetipp: Alibaba betreibt den Marktplatz und Dropshipping-Anbieter AliExpress.

6. Kostenrechnung

Nachdem Forschung, Planung, Prototyping und Beschaffung abgeschlossen sind, solltest du eine klarere Vorstellung davon haben, was die Herstellung deines Produkts kosten wird. Bei der Kostenkalkulation werden alle bisher gesammelten Informationen zu den „Kosten der verkauften Waren“ (Cost of Goods Sold, COGS) addiert, sodass du dann einen Verkaufspreis und deine Bruttomarge bestimmen kannst.

Beginne mit der Erstellung einer Tabellenkalkulation, in der alle Kosten als separate Einzelposten aufgeführt sind. Dies sollte alle Rohmaterialien, Einrichtungskosten der Fabrik, Herstellungskosten und Versandkosten beinhalten. Außerdem ist es wichtig, alle zu zahlenden Versandkosten, Einfuhrgebühren und Zölle zu berücksichtigen, da diese Gebühren je nach Herstellungsort des Produkts erhebliche Auswirkungen auf deine „Kosten der verkauften Waren“ haben können.

Berechnung der Kosten bei einer Produktentwicklung

Ein Beispiel für die Produktkostenrechnung. 

Konntest du während der Beschaffungsphase mehrere Angebote für verschiedene Materialien oder Hersteller:innen einholen, kannst du für jede Position verschiedene Spalten einfügen, um darüber die Kosten zu vergleichen. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, eine zweite Version der Kalkulationstabelle zu erstellen, sodass du die lokale Produktion mit der Produktion im Ausland vergleichen kannst.

Sobald du deine Produktionskosten berechnet hast, kannst du einen Verkaufspreis für dein Produkt festlegen und die Kosten von diesem Preis subtrahieren. So erhältst du deine potenzielle Bruttomarge bzw. deinen Gewinn für jede verkaufte Einheit.

Produktentwicklung in beliebten Branchen

Der Produktentwicklungsprozess wird natürlich von Branche zu Branche unterschiedlich sein. Im nächsten Schritt möchten wir einen kurzen Blick darauf werfen, was man in drei der größten und etabliertesten Branchen beachten sollte, wenn man ein Produkt herstellen lassen will: Mode und Bekleidung, Schönheit und Kosmetik sowie Lebensmittel und Getränke.

Dank der vielen gut dokumentierten Fallstudien, die zur Inspiration genutzt werden können, zeichnen sich diese drei Branchen durch einen relativ einfachen Weg zur Produktentwicklung aus.

Hörtipp: In unserem Podcast haben wir ständig Gründer verschiedenster Branchen zu Gast. Lass dich von ihren Geschichten inspirieren und hol dir nützliche Tipps. 

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    Mode und Bekleidung

    In der Modebranche beginnt die Produktentwicklung in der Regel nach alt bekanntem Muster: mit einer handgezeichneten Skizze oder dem digitalen Äquivalent, das mit einem Programm wie Procreate erstellt wird.

    Eine Skizze wird dann mit Hilfe von Schnittmustermacher:innen oder Näher:innen zu einem Muster entwickelt. Während der Prototyping-Phase wird ein Größensatz erstellt, d. h. eine Reihe von Mustern mit Unterschied in Abmessungen für jede Größe, die verkauft werden soll. Sobald der Größensatz fertiggestellt ist, wird er in Produktion gebracht.

    Anstatt das Produkt herzustellen, entscheiden sich einige Mode- und Bekleidungsunternehmen anfangs für ein Print on Demand-Modell. Print-on-Demand ermöglicht dir das Hochladen von Designs in eine App eines Drittanbieters, die deinen Shop mit einem Lager und einer Siebdruckanlage verbindet. Wenn dann eine Bestellung aufgegeben wird, wird dein Design auf einen vorhandenen Bestand an T-Shirts, Pullovern und verschiedenen anderen angebotenen Artikeln gedruckt. So entsteht ein fertiges Produkt, ohne dass das gesamte Kleidungsstück entworfen werden muss.

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    Weitere Faktoren, die es zu berücksichtigen gilt:

    • Hängeetiketten. Die Markenetiketten, die an einem Kleidungsstück hängen und normalerweise Informationen wie Preis, Größe usw. enthalten.
    • Labels. Die in ein Kleidungsstück eingenähten oder eingeprägten Labels, die in der Regel Informationen über den Stoff und Pflegehinweise enthalten.
    • Waschtests. Waschtests deines Produkts, um zu verstehen, ob es sich mit der Zeit hält und wie es gepflegt werden sollte.
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    Schönheit und Kosmetik

    Die Schönheits- und Kosmetikbranche umfasst eine breite Palette von Produkten, die aufgrund von Wellness- und Pflegetrends ständig erweitert wird. Von Make-up über Badeprodukte bis hin zur Hautpflege konzentrieren sich viele Schönheitsmarken auf rein natürliche Inhaltsstoffe und Nachhaltigkeit. Das macht es wiederum einfacher, ein Produkt mit alltäglichen Inhaltsstoffen selbst zu entwickeln.

    Lesetipp: Wie Anna Pfeiffer von FIVE Skincare ihre Naturkosmetikprodukte erstellt hat, kannst du hier nachlesen.

    White Labeling ist auch in der Schönheits- und Kosmetikbranche populär. White Labeling beschreibt den Prozess, ein bestehendes Produkt oder Hersteller:innen zu finden und dann die bereits produzierten Produkte markenspezifisch aufzubereiten und zu verpacken. Für welchen Weg du dich auch entscheidest, die Massenproduktion für Kosmetika erfolgt in der Regel in Zusammenarbeit mit einem Labor und Chemiker:innen. Nur so kann letztlich sichergestellt werden, dass die Qualität auch bei entsprechender Skalierung konstant bleibt.

    Weitere Faktoren, die es zu berücksichtigen gilt:

    • Etiketten und Warnhinweise. Identifiziere alle im Produkt verwendeten Materialien und mögliche Reaktionen.
    • Gesetze und Vorschriften. Recherchiere behördliche Vorschriften und wie sie sich auf dein Produkt und deine Verpackung beziehen, sowohl dort, wo sie produziert werden, als auch dort, wo sie verkauft werden sollen.
    • Haltbarkeit. Führe entsprechende Tests durch und füge den Produkten die erforderlichen Ablaufdaten hinzu.

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    Lebensmittel und Getränke

    Lebensmittel- und Getränkeprodukte gehören zu den Produkten, mit deren Entwicklung man am einfachsten beginnen kann, und zwar zu niedrigen Kosten und bequem von zu Hause aus. Die Kreation eines neuen Energieriegels kann so einfach sein wie der Kauf von Zutaten und das Anpassen des Rezepts in der eigenen Küche. 

    Um vom Rezept zu verpackten Waren zu gelangen, die du in Geschäften oder online verkaufen kannst, musst du eine Großküche finden, die für die Herstellung von Lebensmitteln zugelassen ist und eine Gesundheits- und Sicherheitsprüfung bestanden hat.

    Lesetipp: Wir zeigen dir, was du wissen solltest, wenn du Lebensmittel verkaufen möchtest. 

    Diese Küchen sind in der Regel mit großen Öfen und Kochgeräten ausgestattet, um große Chargen zu verarbeiten. Wenn du aber eine Massenproduktion und -verpackung in Betracht ziehst, könnten Co-Produzent:innen die bessere Option sein. Dabei handelt es sich um Produktionsstätten, die sich auf die Verarbeitung von Rohstoffen und die Herstellung von Lebensmittel- und Getränkeprodukten in großem Maßstab spezialisiert haben.

    Weitere Faktoren, die es zu berücksichtigen gilt:

    • Etiketten und Warnhinweise. Du musst Zutatenlisten und Nährwertinformationen auf der Verpackung angeben.
    • Gesetze und Vorschriften. In vielen Ländern gibt es Vorschriften zu Ernährungsinformationen, Allergenhinweisen und gesundheitsbezogenen Angaben, die du einhalten musst.
    • Ablaufdatum. Du musst deine Produktlebensdauer kennen und wissen, wie du das Produkt entsprechend herstellen, verpacken und lagern wirst.

    Modelle zur Produktentwicklung

    Mittlerweile haben sich verschiedene Modelle für die Produktentwicklung durchgesetzt. Sehen wir uns die Wichtigsten noch einmal genauer an:

    Vier Phasen Modell nach Pahl/ Beitz

    Dieses Modell ist vor allem wegen seiner Einfachheit beliebt. Dabei handelt es sich um ein Modell der Produktsynthese, das bedeutet es beschränkt sich nur auf den konstruktiven Vorgang der Entwicklung des Produktes (Funktion, Struktur, Form). Es ist durch die folgenden vier Phasen gekennzeichnet:

    • Planungsphase
    • Konzeptphase
    • Entwurfsphase
    • Ausführungsphase

    Bei der Planungsphase geht es um die Informationsbeschaffung und Klärung der Aufgabe. Im Schritt der Konzeptphase erfolgt bereits die Festlegung einer Lösung. Während der Entwurfsphase wird auf Grundlage dieser Lösung, ein vollständiger Entwurf unter Berücksichtigung aller technischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkte erarbeitet. Die Ausführungsphase ist der Erarbeitung von Gestaltung und Vorgaben zur Fertigung des Produktes gewidmet.


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    Stage-Gate-Modell

    Bei dem Stage-Gate-Modell von Cooper wird auf Meilensteine gesetzt, welche als Gates bezeichnet werden. An jedem dieser Gates wird eine Entscheidung über den Fortlauf des Projektes getroffen. Den einzelnen Phasen sind außerdem neben konstruktiven Aufgaben auch bereichsübergreifende, produktspezifische Aufgaben zugeteilt.

    Es können auch Abschnitte bzw. Inhalte entfallen oder sich überlappen, sodass State-Gate mehr Flexibilität gegenüber anderen Modellen aufweist. Zudem wird die Ideenphase und die Markteinführung in den Prozess einbezogen und es wird sich nicht nur auf die Produktsynthese beschränkt.

    Aus Sicht des Produktmanagement weist der Stage-Gate-Prozess viele Vorteile auf. Das Modell ermöglicht schnellere Änderungen der Produktanforderungen und einen hohen Detaillierungsgrad zwischen einzelnen Aufgaben je Abschnitt.

    Das Wasserfall-Modell

    Bei diesem Modell handelt sich um ein lineares Vorgehensmodell zu Produktentwicklung. Es ist durch fest definierte Projektphasen, die jeweils einmal durchlaufen werden und grafisch oft in Form eines Wasserfalls dargestellt werden, gekennzeichnet. Dabei ist es vor allem für Produkt-Projekte geeignet, bei denen die Anforderungen von Beginn an klar und vollständig sind und bei denen wenige Änderungen erwartet werden.

    Was wirst du auf den Markt bringen?

    In der Produktentwicklung ist jede Reise zu einem fertigen Produkt anders. Wenn es darum geht, ein Produkt zu entwickeln und etwas Neues zu schaffen, hat jede Branche ihre eigenen, einzigartigen Tücken. Wenn du Schwierigkeiten hast, all diese Puzzleteile zusammenzufügen, solltest du an Folgendes denken: Jedes Produkt, das vor deinem kam, hatte genau die gleichen Herausforderungen zu bewältigen.

    Wenn du die hier beschriebenen Schritte während deines eigenen Produktentwicklungsprozesses befolgst, kannst du die überwältigende Aufgabe, ein neues Produkt auf den Markt zu bringen, in besser überschaubare Phasen unterteilen.

    Wenn du alle notwendigen Vorbereitungen triffst – durch Recherche, Planung, Prototyping, Beschaffung und Kalkulation – kannst du ganz unabhängig von deiner Idee Kurs auf ein erfolgreiches Endprodukt setzen. Du hast nun alles, was du brauchst, um dein eigenes Produkt auf den Markt zu bringen. Beachte aber bei jeder neuen Produkteinführung, dass du mit einem erhöhten Werbebudget für verschiedene Werbeträger und Werbemittel rechnen musst. Auch für deine Produktseiten gilt, eine gute CTA (Handlungsaufforderung) wirkt in manchen Fällen Wunder. Denn für jedes neue Produkt gilt: Die Bewerbung ist das Wichtigste, um auch passende Kund:innen für dein Produkt zu finden. Leg am besten direkt los!

    Illustration von Pete Ryan


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    Häufig gestellte Fragen zur Produktentwicklung

    Welche Schritte gibt es bei der Produktentwicklung?

    Die Entwicklung eines neuen Produktes lässt sich grundsätzlich in sechs Schritte bzw. Phasen aufteilen. Das sind: Ideenfindung, Recherche, Planung, Prototyping, Beschaffung und Kostenplanung. Im Beitrag haben wir jeden dieser Schritte noch einmal ausführlicher beschrieben.

    Was kostet die Produktentwicklung?

    Pauschal lässt sich diese Frage kaum beantworten, denn welche Entwicklungskosten in deinem Produkt stecken, hängt von vielen Faktoren ab. In welcher Branche bewegst du dich? Willst du etwas völlig Neues kreieren oder eine bestehende Idee aufgreifen und verbessern? Gab es zur Produktentwicklung zuvor schon einmal Ideen oder befindest du dich bei deiner Planung noch ganz am Anfang? Selbst wenn all diese Fragen geklärt sind, verbleiben im Entwicklungsprozess immer noch einige Unbekannte, bspw. die Frage, wie lange es dauert, bis du einen Prototyp zur Produktionsreife weiterentwickelt hast. Wenn du dir über die Entwicklungskosten deiner Produktidee im Unklaren bist, solltest du einen sachkundigen Berater oder eine Beraterin hinzuziehen. Für viele Bereiche sind Ingenieursdienstleister:innen hierbei eine gute Adresse.

    Wo kann ich Ideen für die Produktentwicklung finden?

    Wenn du noch nach Ideen für die Produktentwicklung suchst, macht es Sinn zu schauen, was es schon gibt. Das geht u.a. bei der Konkurrenz, denn gut kopiert ist immer besser als schlecht selbst gemacht. Schau dir an, was die Produkte deiner Konkurrent:innen auszeichnet, worin ihre Schwächen liegen und wie sie sich verbessern lassen. Gute Alternativen für die Ideenfindung sind auch Keyword-Recherchen und Google Trends, denn was häufig gesucht wird, stößt ganz offensichtlich auf ein großes Interesse bei potenziellen Kund:innen.

    Kann ich ein neues Produkt entwickeln lassen?

    Für die Entwicklung eines neuen Produktes lassen sich eine ganze Reihe an externen Berater:innen hinzuziehen, theoretisch ließe sie sich auch ganz outsourcen. Für die Entwicklung und Optimierung per se wären Designer:innen, Ingenieurbüros und/oder spezielle Entwicklungsfirmen gute Anlaufstellen. Für die Kostenplanung kannst du dich an Finanzdienstleister, Banken oder Unternehmensberatungen wenden. In vielen Fällen macht es auch Sinn, sich rechtlich abzusichern und Jurist:innen zu konsultieren.

    Wie kann man ein Produkt auf den Markt bringen?

    Wenn du bereits eine Idee für dein Produkt hast, ist das die halbe Miete, denn dann kannst du diese Idee verifizieren und evaluieren, wie sie bei deiner Zielgruppe und deinem Mark ankommen wird. Sprich dafür auch mit Freund:innen, für Crowdfunding-Kampagnen durch oder Launche eine „Demnächst verfügbar“-Seite. Danach geht es an die Planung, Skizzierung und die Erarbeitung erster Prototypen, schreibe alle Ideen so detailliert wie möglich auf, um sie schließlich von Expert:innen erstellen zu lassen. Anschließend musst du dich mit Lieferant:innen und Produzent:innen zusammensetzen und deine Lieferkette aufbauen und anschließend deine Kosten berechnen, um daraus den Verkaufspreis zu erschließen. Mit einem Onlineshop kannst du dein Produkt direkt an deine Kund:innen herantragen.

    Warum entwickelt man neue Produkte?

    Das hat vor allem strategische Gründe. Um einen langfristigen Unternehmenswachstum zu garantieren, lohnt es sich, stets die Bedürfnisse der Kundschaft im Blick zu behalten, um auf mögliche Produktwünsche einzugehen. Auch der Blick zur Konkurrent lohnt sich - Oft sind Produktentwicklungen nötig, um im Wettbewerb relevant zu bleiben. 

    Wie kann man sein eigenes Produkt herstellen lassen?

    Der beste Startpunkt für deine Produktplanung ist eine handgezeichnete Skizze, die das Produkt aus deinem Kopf auf Papier bringt. Die Skizze sollte so detailliert wie möglich sein. Lege zudem eine Tabelle mit allen Komponenten und Materialien an, die du benötigst, Sie ermöglicht, einen Überblick über die für die Herstellung des Produkts benötigten Teile zu erhalten. Im Schritt des Prototypings arbeitest du wahrscheinlich mit externen Partner:innen zusammen, um erste Versionen deines Produktes zu entwickeln. Auf der Suche nach Anbieter:innen wirst du dich anschließend online als auch im persönlichen Kontakt durch Messen u.ä. austauschen, um die besten Lieferant:innen und Produzent:innen für dich zu finden.

    Was muss ich tun um ein Produkt auf den Markt zu bringen?

    Halte dich an die verschiedenen Schritte von der Ideenfindung, über die Planung bis hin zur Kostenrechnung und zur Veröffentlichung deines Produktes. Viele Tipps und Beispiele findest du in diesem Beitrag.

    Which method is right for you?Über die Autorin: Alice Viete ist Content-Marketing-Expertin. Als Inhaberin einer Agentur unterstützt sie B2B- und E-Commerce-Unternehmen bei der Umsetzung ihrer individuellen Content-Strategie. Im Shopify-Blog schreibt sie über erfolgreiche Händler:innen sowie aktuelle Themen im Onlinehandel.